„Ich möchte erst ein Kind, wenn ich mit dem Studium fertig bin und einen sicheren Job habe! Mit 30 oder so.“ Das waren meine Worte. Mein Mann sah das ganz anders. Er war schon mit Mitte 20 bereit dazu Kinder zu haben. Wir haben uns das ein oder andere Mal darüber unterhalten. Im Endeffekt hatte ich das letzte Wort.
Doch wie es dann immer ist: Es kommt alles anders als man denkt. Ich wurde unerwartet mitten im Studium, noch vor meinen Bachelorprüfungen und mit 25 Jahren schwanger. Mein Mann war verständlicherweise auf einmal auch ziemlich überrascht und überrumpelt. Versteht mich nicht falsch. Zu keinem Zeitpunkt war unser Baby unerwünscht, jedoch hatten wir uns die Babyplanung einfach anders vorgestellt. Hat mein Mann sich schnell wieder gefangen, wusste ich anfangs nicht wohin mit meinem Gefühlschaos.

Die Übelkeit hat mich so schlimm erwischt, dass ich ein Semester fast komplett aussetzen musste. Ich war sehr traurig darüber, dass es mir so schlecht ging und konnte mich nicht mehr richtig auf das Studium konzentrieren. Ich habe mir nicht nur Gedanken darüber gemacht, ob ich das Studium zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt noch beenden kann, sondern hatte auch finanzielle Sorgen und andersrum habe ich mich gefragt, ob ich es neben dem Studium überhaupt schaffe eine gute Mutter zu sein.

Gegen Mitte der Schwangerschaft hat es mir dann gereicht und ich habe mir vorgenommen mich frei zu machen von meinen Sorgen. „Es wird schon alles klappen, ich bin nicht alleine. Hör auf dein Bauchgefühl und alles wird gut.“ Das habe ich mir immer wieder gesagt. Und es hat geholfen. Ich habe angefangen mich so richtig ohne Einschränkung auf unseren Sohn zu freuen, ganz ohne Sorgen. Ich konnte es kaum erwarten ihn endlich kennen zu lernen. Gemeinsam mit ihm im Bauch habe ich dann noch meine mündlichen Bachelorprüfungen gerockt, ja gerockt! Ich habe mich so gut gefühlt. Und dann war er endlich bei uns. Was für ein unbeschreibliches Gefühl.

Obwohl er uns so manche Nacht raubt, gibt er mir doch so viel Kraft mein Ziel, das Studium zu beenden, nicht aus den Augen zu verlieren. Zudem hat er mir gezeigt, dass es Wichtigeres im Leben gibt, als alles bis ins kleinste Detail  hin durchzuplanen. Vorher war ich, was die Uni und das Lernen betraf, super perfektionistisch veranlagt. Nicht nur was die Noten angeht, sondern ich wollte auch unbedingt in der Regelstudienzeit bleiben. Heute weiß ich, dass ich nur eine bestimmte Zeit zur Verfügung habe, in der ich lernen oder Hausarbeiten schreiben kann. Das ist die Zeit in der unser Sohn schläft. Denn neben dem ganzen Unistress ist es einfach immer noch meine wichtigste Aufgabe zu spielen, zu trösten, zu lieben, zu kuscheln und Windeln zu wechseln. Und ratet mal, ob die Zeit, die ich dann noch für die Uni habe ausreicht?! JA, irgendwie reicht sie! Vielleicht schreibe ich nicht mehr nur 1en, was vorher mein Anspruch war, aber ist das denn so wichtig? Wenn ich mir meinen kleinen Schatz ansehe, dann gibt es doch nichts, was wichtiger wäre, als so viel Zeit wie möglich mit ihm zu verbringen. Klar kann ich nicht mehr wie früher mit meinen Kommilitonen feiern oder nach der Uni noch was trinken gehen.

Auch wenn mir das manchmal fehlt und ich mich anfangs damit abfinden musste, dass nicht alle Verständnis dafür haben, weiß ich doch jetzt, dass es sich lohnt. Manchmal, wenn es hart auf hart kommt und mein Mann nicht auf unseren Sohn aufpassen kann, dann nehme ich ihn mit in die Uni. Anfangs, als er noch viel geschlafen hat, war das gar kein Problem, mittlerweile mit über einem Jahr erweist sich das als etwas schwieriger, denn ganz oft hat mein Sohn im Seminar auch etwas Wichtiges zu sagen. „Dadadaaaaaadada, Mama!!! Mamaaaaa da!“ Zum Glück sind die meisten Dozenten da sehr locker drauf. Sie binden sein Geplapper dann einfach mit ein und freuen sich, dass ein so kleiner Mensch auch etwas zur jeweiligen Thematik zu sagen hat.

Auch meine Bachelorarbeit zu schreiben war eine große Herausforderung, das kann man nicht anders sagen, aber ich habe es geschafft und komme nun in das zweite Mastersemester. Was mich angeht, finde ich es mittlerweile gar nicht mehr so übel eine Studentenmama zu sein. So frei wie jetzt bin ich nicht mehr, wenn ich einen festen Job habe.  Es ist definitiv anstrengender der Uni gerecht zu werden, während man ein Kind hat und noch viel wichtiger dem Kind gerecht zu werden, neben dem Studium. Aber zwischen Unistress und Windeln wechseln kann ich euch nur sagen, dass es nichts Wundervolleres gibt, als am Ende des Tages das lächelnde Kind bei sich zu haben, gemeinsam mit ihm im Arm einzuschlafen und den ganzen Unistress zu vergessen.

Das Studium läuft nicht weg, die Zeit mit deinem Kind allerdings schon. Dann hänge ich halt ein Semester hintendran, wenn die Zeit nicht reicht. Oder zwei, oder fünf. Ist doch egal. Das aller Wichtigste für mich ist es diese wundervolle Zeit mit meinem Sohn und meinem Mann zu genießen.

Also nur Mut und Durchhaltevermögen an alle Studentenmamas. Ihr seid großartig und ihr schafft das!

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Danke liebe Sarah für deinen tolle Beitrag. Schön zu sehen, wie toll du das alles meisterst.

Hi ich bin Teresa. Studierte Medienmanagerin und leidenschaftliche Redakteurin. Meine Modeaffinität hat mich aber auch zwischenzeitlich mal die Branche wechseln lassen und so war ich zuletzt als Shopmanagerin bei Inditex tätig. Aktuell lebe ich aber ganz nach dem Motto: „Mein Alltag ist ihre Kindheit“. Ich versuche jeden Tag zu einem kleinen Abenteuer für uns zu machen. Mit einem tollen Mann an meiner Seite, einer wundervollen Tochter, die im Mai 2017 zur großen Schwester upgegradet wird, gestalten wir unseren Alltag so bunt wie möglich. So reisen wir gerne, ob durch Asien oder Europa. Und versuchen einfach immer wieder unseren persönlichen Interessen treu zu bleiben und sie gemeinsam auch zukünftig mit unseren Kindern zu vereinbaren. Kinder machen unser Leben nämlich nur noch lebenswerter: wir müssen es nur zulassen.