Hallo, ich bin Friederike, Mama von Leni, verheiratet, Sportredakteurin und großer Apfelpfannkuchen-Fan. Ich stöbere unglaublich gern durch Wohnzeitschriften, habe einen ausgeprägten Lampen- und Stuhltick, laufe mir hin und wieder mal den Kopf frei, komme ohne Kaffee nicht klar und liebe die Berge – Schuhe mit Absatz sind hingegen mein Untergang. Vor vier Jahren haben wir uns in Nordhessen ein kleines Häuschen gekauft und werkeln seit dem darin herum. Jetzt aber zu meinem Lieblingsplatz, den ich euch nun zeigen möchte.

 

Tja, mit dem Badezimmer hätte jetzt vermutlich niemand gerechnet. Vor gut 1,5 Jahren hätte ich das „stille Örtchen“ auch ganz bestimmt nicht zu meinen Lieblingsplätzen gezählt. Okay, das Bad ist erst 2017 fertig geworden, also quasi noch ganz frisch und genau nach meinem Geschmack, was in einem Haus, das Ende des 1900 Jahrhunderts gebaut wurde, natürlich nicht immer der Fall ist – man gewöhnt sich aneinander. Aber das ist es gar nicht. Es steckt etwas viel simpleres dahinter: Denn wo haben Mamas mal kurz ein paar Minuten Zeit für sich? Richtig, im Badezimmer, zumindest am Wochenende, wenn der Papa das Kind bespaßt. Dann ist meine Zeit gekommen und ich verschwinde nach dem Frühstück mit einer Tasse Kaffee und einer Zeitschrift im Bad, weil ich dringend muss (das sage ich zumindest) – Tür zu und Ruh. Natürlich hüpfe ich weder aufs Klo noch unter die Dusche, mein Platz ist auf der kleinen Treppe, die den Toilettenbereich von Waschbecken und Dusche trennt. Der Kaffee wird abgestellt, die Zeitschrift aufgeschlagen und dann tauche ich ab.

Auf der Treppe sitzt es sich besonders gut, da die Heizung in der Nähe ist und in der Dachschräge ein großes Fenster für optimales Licht sorgt. 20 Minuten Auszeit, ohne sich um irgendetwas Gedanken zu machen, fühlen sich dann schnell mal wie ein Wellness-Wochenende an, okay, vielleicht ein wenig übertrieben, aber wirklich nur ein wenig. Mama-Yoga im Schnelldurchlauf trifft’s eher. Meistens ruft übrigens der Mann zuerst nach mir, wieso es denn so lang dauert. Aber das wird gekonnt ignoriert …

Unter der Woche sieht’s natürlich anders aus, da bestimmt die kleine Madame, was ansteht: ob gemalt, oder mit den Puppen gespielt wird, ob Türme gebaut, oder Bücher gelesen werden. Soll heißen: Die Badezimmertür steht offen, wenn ich mal muss … Und mehr als zwei Minuten sind dann sowieso nicht drin. Spannender wird’s beim Duschen, mittlerweile ein Minutensport, in der Hoffnung, dass die Kleine nichts ausheckt. Aber das ist ein anderes Thema. Und wer jetzt sagt, die hat doch auch Zeit, um diesen Text zu schreiben, dann ratet mal wo und wann?

Eure Friederike