Ende November startete für uns endlich die große Reise. Die Reise, die wir uns so sehr verdient haben. Es ist wirklich mehr als dringend nötig gewesen. Zeit, wieder Familie zu sein. Einige,  die mir auf Instagram folgen, wissen, dass mein Mann für fast drei Monate beruflich im Ausland war. Die Familienzeit kam auf Grund dessen natürlich ordentlich zu kurz. Aber wir haben es überstanden. Dafür gönnen wir uns jetzt gemeinsam eine lange Auszeit. Sehr gerne verlegen wir den Jahresurlaub in den Winter, damit wir der Kälte noch mal ein bisschen entfliehen können. Diesmal sollte es Richtung Karibik, Amerika und Mittelamerika gehen, angefangen mit Aruba. Obwohl, genau genommen hat unsere Reise in den USA begonnen, in Miami. Wir hatten diesen Flug auf einer unserer Lieblingsseiten für unschlagbare 170€ (Round-Trip) gefunden. Weil wir aber schon des Öfteren in den USA waren, wollten wir nicht den ganzen Zeitraum in Amerika verbringen. Den kurzen Aufenthalt in Miami nutzten wir um anzukommen und als Drehkreuz für unsere weitere Reise. Dort hatten wir zunächst 6 entspannte Tage, bevor uns Aruba rief. Ihr müsst wissen, die meisten Flüge von den USA aus sind günstiger als die Direktfüge. Aber darauf werde ich noch einmal genauer in einem der nächsten Reiseberichte eingehen.

Warum entschieden wir uns für Aruba?

Aruba stand schon länger auf unserer Bucket List. Wer uns kennt, weiß, dass wir schon einige Strände gesehen haben und immer auf der Suche nach den Top Traumstränden sind. Sowohl der Palm Beach, als auch der Eagle Beach sind bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Der Eagle Beach gilt sogar als einer der schönsten Strände der Welt und steht immer noch auf Platz 4 der Travelbook Liste.

Davon wollten wir uns natürlich selbst ein Bild machen. Außerdem fanden wir, auch wenn es jetzt ein bisschen bescheuert klingt, dass sich Aruba warm, exotisch, nach guter Laune und vor allem wei, weit weg anhört. Kennt ihr das vielleicht auch? Orte,die schon so toll klingen, dass man sie unbedingt einmal gesehen haben muss, wie Bora Bora oder die Fuji’s.

Koffer packen und Abflug ins Paradies

Nach unserem kurzen 4 Stunden Flug kamen wir alle mit guter Laune auf Aruba an.

Mit dem Slogan „One happy Island“ wurden wir dann auf der kleinen niederländischen Antillen Insel Aruba begrüßt. Inklusive Duft der Räucherstäbchen und karibischen Klängen, die im Hintergrund zur Begrüßung dudelten, ging es ab zur Passkontrolle. Unser Abenteuer konnte also beginnen.

Die Einreise ist wirklich super easy. Obwohl die Inseln zu dem Königreich der Niederlande zählen, reicht ein Personalausweis leider nicht aus. Man benötigt für die Einreise einen gültigen Reisepass, der nach der Rückreise aber noch mindestens 6 Monate gültig sein muss. Die Ein- und Ausreiseformulare erhält man hierfür schon im Flugzeug, also genügend Zeit um sie ganz in Ruhe auszufüllen. Bei der Passkontrolle muss das Ganze dann am Flughafen vorgelegt werden. Aber vielleicht kennt ihr das Prozedere ja schon aus anderen Ländern.

Nachdem wir unsere Gepäckstücke à la Tetris im Auto verstaut haben, ging es zu unserer Unterkunft. Nach noord Arubas, so heißt der nordwestliche Teil der Insel.

Noch ein kleiner Tipp: Wer die Insel auf eigene Faust erkunden und auch einmal komplett umrunden möchte, leiht sich hierzu am besten ein Offroad Wagen. Achtet wirklich darauf,dass er für das Gelände geeignet ist, denn dann kommt ihr überall mit eurem Auto hin. Wir hatten es leider versäumt einen Jeep zu bestellen und sind trotzdem in unwegsames Gelände gefahren und ich sage euch, wir waren froh, dass der Wagen noch heil bei der Rückgabe aussah. Mein Mann sagt immer `Don´t be gentle whith the rental`. Ich dachte ernsthaft,  wir würden noch irgendwo stecken bleiben, ich wäre ziemlich gespannt gewesen, wie er das der Autovermietungerklärt hätte.

Zwar ist die Insel nicht wirklich groß, ca. 30 x 9km, aber so seid ihr immer super flexibel und könnt beliebig eure Ausflüge starten.

Es gibt auch öffentliche Verkehrsmittel wie Busse, aber damit kommt ihr nicht weit und vergeudet eure kostbare Zeit.

Apropos Zeit, wir waren 10 Tage auf Aruba, sind aber der Meinung, dass 5 bis 7 Tage völlig ausreichen.

 

Diesmal haben wir uns für eine Airbnb Unterkunft entschieden. Meist sind diese größer als Hotelzimmer, beinhalten eine Küche und sind in diesem Fall günstiger alsHotels. Im Vorfeld haben wir uns Gedanken gemacht, in welchen Teil der Insel wir untergebracht sein möchten. Ob bei Orranjestat, im Süden oder im Norden Arubas. Wir haben uns für den Norden entschieden, weil viele Strände in unmittelbarer Nähe liegen und dieser Abschnitt schöner sein soll.

Direkt am ersten Abend sind wir in den großen Supermarkt Foodland zum Einkaufen gefahren. Mit Erschrecken mussten wir feststellen, dass vieles enorm teuer ist. Man muss dazu sagen, dass alles ohne Ausnahme auf diese Insel importiert wird. Wenn ihr einen ‘save more’finden solltet, kauft dort eure Sachen ein, es ist deutlich günstiger.

Zahlen kann man hier mit dem Florin, so nennt man die Währung auf Aruba. Wobei man auch mit Dollar oder Kreditkarte zahlen kann. Der Wechselkurs in Florin ist meist besser.

Arubas Landschaft

Dadurch, dass Aruba das ganze Jahr eine Durchschnittstemperatur von 27 °C

hat und sich die Temperatur zwischen Tag und Nacht gerade einmal bis zu 6 °C

unterscheidet und es kaum regnet, ist die Vegetation sehr trocken. Mal nebenbei, seit den Wetteraufzeichnungen 1951 war es nie kälter als 20,5 Grad Celcius. An der Küste weht immer ein Lüftchen, so dass es einem nie zu heiß wird. Umso mehr ist hier der Sonnenschutz gefragt. Man unterschätzt leicht die Kraft und Intensitätder Sonne. Es gibt weit und breit nur Kakteen, was aber auch wunderschön ist. Ich habe in meinem Leben noch nie so hohe Kakteen gesehen, locker auch mal bis zu 3 Meter hoch. Mitten in der Wildnis würde ich hier ungern Blinde Kuh spielen.

Der Osten ist felsig und die See ist rau. Im Westen hingegen findet man den ein oder anderen Traumstrand. Die meisten Traumstrände befinden sich im westlichen Teil der Insel. Wie zum Beispiel Eagel Beach und Achanti Beach, um nur ein paar zu nennen. Im Süden gibt es eine wunderschöne Bucht mit dem Namen Baby Beach. Diese ist ideal für Familien mit Kleinkindern.  Natürlich gibt es hier auch schöne Spots zum Schnorcheln und Tauchen. Für jeden ist also etwas dabei, sei es für Wassersportler, Abenteurer oder auch für Familien mit Kindern, ja sogar für Partyleute gibt es die richtigen Strände.

Essen auf Aruba:

Allzu viele Tipps können wir gar nicht geben, da wir uns überwiegend selbst verpflegthaben. Wir haben gerne Apartments mit Küchen, wo man sich auch einmal was Gesundes zubereiten kann.

Jedes mal, wenn wir die Einheimischen nach gutem Essen auf Aruba fragten, bekamen wir seltsamerweise immer dieselbe Antwort: bei Wendis, Pizza HUT oder Mc Donals. Als ob der Tourist nicht an kreolischemEssen interessiert wäre. Uns ist aufgefallen, dass gerade zur Mittagszeit einige Food Drucks an den Straßen stehen. Dort sind wir dann auch endlich fündig geworden, einheimisches Essen zu probieren. Ich für mich muss sagen, dass ich kreolisches Essen liebe. Ich mag die Gewürze und die Zusammenstellung der verschiedenen Sachen. Ich bin ja wirklich ein Typ, der gern alles probiert, aber bei einer Sache wurde mir wirklich schlecht. Wenn ich vorher schon gewusst hätte, was ich da esse, hätte ich es wahrscheinlich nicht probiert. Zunge vom Rind muss ich nicht noch einmal haben, das steht fest.

Wer auf holländische Snacks steht, ist auf der Ecke beim Café 080 gut bedient. Hier bekommt ihr super leckeres Essen für günstige Preise – im Vergleich zum Rest der Insel versteht sich. Bei Rockmusik kann man hier gemütlich draußen sitzen und etwas trinken. Vor allem sind die Bedienungen sehr unterhaltsam und superkinderfreundlich.

Die Sehenswürdigkeiten Arubas:

-California Lighthouse

Der kleine aber feine Leuchtturm gilt hier auf Aruba als Sehenswürdigkeit und ist als Wahrzeichen an der nordwestlichen Spitze der Insel zu finden. Er wurde 1914 gebaut, um Schiffe vor der gefährlichen Küste zu warnen. Schiffwracks gibt es hier reichlich für Taucher.

Für ein paar wenige Dollar kann man hier einen tollen Ausblick genießen.

-Eagel Beach

Oft wird der Eagel Beach auch als Sehenswürdigkeit angepriesen, kein Wunder! Mit seinen Divi divi Bäumen ist er eine der top Postkartenmotive. Aber bevor ihr denkt, der ganze Strand sei voll damit, es gibt nur diese zwei, die sich an der äußeren rechten Seite befinden.

-Die AltoVista Kapelle

Sie wurde im Jahre 1750erbaut und später restauriert. Wir haben hier einen wunderschönen Sonnenuntergang erlebt. Ganz in der Nähe gibt es Wanderwege und Trailwege.

-Rock Formation

Bei Casibari und Ayo liegen riesengroße, tonnenschwere Felsbrocken. Von

hier aus hat man einen wunderschönen Ausblick. Wir wurden dabei aber auch einmal so richtig durchgepustet von dem Wind, der da oben an dem Tag herrschte. In der Hitze war es jedoch eine willkommene Abkühlung. Der darunterliegende Kakteen-Garten mit den riesigen Kakteen und den meterhohen Felsenwar für mich definitiv einen Besuch wert.

-Natural Bridge

Die Natural Bridge sucht man leider die vergeblich. Kein Wunder, denn sie ist 2005 eingestürzt. Was heute noch davon übrig geblieben ist, ist nur noch ein gewaltiger Steinhaufen. Früher war sie eine der größten, natürlichen Brücken der Welt. Sie gilt dennoch nach wie vor als Wahrzeichen Arubas.

Die zahlreichen Besucher bleiben trotzdem nicht fern. Entweder wussten sie es genau so wenig wie wir, dass die Brücke eingestürzt ist oder sie wollen die eingestürzte Brücke unbedingt sehen.

-Bushiribana Gold Mill Ruins

Im 19. Jahrhundert wurde hier tatsächlich rotes Gold gefunden. Somit spielte Aruba, auch wenn nur kurz, eine Rolle in der Geschichte des Goldrausches.

Landschaftlich fanden wir es super schön dort, die Route lohnt sich in unseren Augen aber nicht wirklich, es ist nicht mehr ganz so viel übrig von ihr. Wer aber eh auf dem Weg zur „Natural Bridge“ ist, kann hier einen kurzen Stopp einlegen,  um es einfach gesehen zu haben.

-Natural Pool

Der Natural Pool ist ein natürliches Becken an der Nord-Ost-Küste, welcher ständig durch die Wellen des Meeres gespeist wird. Er liegt im Arikok Nationalpark und ist nur mit einem Allradfahrzeug (ATV oder UTV) zu erreichen.

Der Neutral Pool ist ganz sicher einen Besuch wert. Leiderhaben wir es komplett weggelassen, da wir zum einen keinen Geländewagen gemietet haben und zum anderen eine Quad Tour wegen der Kinder nicht in Frage kam. Wenn man sich selbst auf den Weg dorthinmacht, sollte man sich eine genaue Beschreibung geben lassen. Der Fußweg soll ca.1 Stunde dauern.

-Street Art in St. Nikolas

Mein persönliches Highlight: die wunderschönen Straßen von St. Nikolas. Die Stadt des Sonnenaufgangs. St. Nikolas ist diezweitgrößte Stadt auf Aruba. Künstler aus der ganzen Welt waren schon hier auf der Aruba Art Fair zu Gast und verschönerten mit ihrem Können und ihrer Kunst San Nicolas. Ich sag euch, ich habe wirklich nicht schlecht gestaunt, als ich die ganzen Street Art Schätze auf den Hauswänden entdeckte. Ich liebe es und halte auf unseren Reisen immer danach Ausschau. Man kann sich hier in Aruba einfach durch die Straßen treiben lassen und hier und da die farbenfrohen Wandgemälde entdecken.

-Arikok Nationalpark

Ihr seht, es ist nicht ganz so viel auf der Liste der Sehenswürdigkeiten. Klar gibt es noch den ein oder anderen Tauchspot, wo man nach Vargas tauchen kann, aber wir sind nun mal keine Taucher. Der ein oder andere wird sicher auch die vorgelagerte Insel erwähnen, die Insel mit den Flamingos. Aber 100 Dollar pro Person erschien in unseren Augen als Touristenabzocke, zumal wir wussten, dass wir diese noch woanders in freier Wildbahn sehen können.

 

Noch ein paar wissenswerte Worte zu Aruba:

Welche Sprache wird auf Aruba gesprochen?

Die Sprache der Einheimischen heißt Papiamento, es ist eine Mischung aus Spanisch, Portugiesisch und Niederländisch. Alle sprechen aber auch sehr gut Englisch und natürlich ist Niederländisch weit verbreitet. Daher versteht man als Deutscher auch das ein oder andere Wort. Danke heißt zum Beispiel Danki.

Mein Mann hat sich überwiegend auf Portugiesisch mit den Leuten unterhalten.

Zeitumstellung:

Auf Aruba zählt man 6 Stunden minus deutsche Zeit.

Trinkwasser:

Das Wasser aus der Leitung kann ohne Bedenken getrunken werden, es wird ständig geprüft und schmeckt mir sogar noch besser als unser Leitungswasser in Deutschland.

Unser Fazit zum Aruba Urlaub:

Aruba war für uns eine Insel, die wir als Familie super weiterempfehlen können. Uns ist es nie langweilig geworden und wir hatten jeden Tag etwas Neues zu entdecken. Ideal für einen Kurzurlaub von ca.  5-7 Tagen. Die Strände waren wirklich wunderschön. Türkisfarbenes Meer und weißer, weicher Puderzucker-Sand. Allerdings hat die Medaille auch eine Kehrseite. An einigen Stränden ist das paradiesische Bild nur Richtung Meer vorhanden. Sobald man sich umdreht, wird das Glücksgefühl getrübt. Am Palm Beach ragen meterhohe Hotelbunker in den Himmel. Und am bekanntesten Strand, Eagle Beach, stehen hier und da verlassene Bauruinen. Außerdem fehlte mir der karibische Flair. Ich hätte mir mehr bunte Häuser und karibische Musik gewünscht. All das war auf Aruba nicht wirklich vorhanden.

Oranjestadt, die Hauptstadt Arubas, mag für manche ganz hübsch gewesen sein. Ich muss leider für meinen Teil sagen, dass ich ein bisschen enttäuscht von Oranjestadt war. Vielleicht habe ich Oranjestadt aber auch einfach nicht genügend Zeit geschenkt.

Nach jedem neuen Land, welches wir besuchten, stellen wir uns immer wieder die Frage: “Wollen wir hierher noch einmal wiederkommen oder ist dieses Stückchen Erde abgehakt und setzen wir eine Nadel auf der LkWeltkarte?“ Mit einem kleinen Zögern haben wir uns dagegen entschieden, noch einmal wieder zu kommen. Ja, es war schön, wir hatten eine wunderschöne Zeit, haben uns treiben lassen und konnten sehr gut entspannen. Auchsind wir der Meinung, dass man Aruba mal gesehen haben sollte,aber mehr zu entdecken gibt es nicht, sodass ein weiterer Besuch für uns nicht in Frage kommt.

 

Und wer sich ein wenig inspirieren lassen möchte, kann sich gern unser Aruba Video anschauen.

 

Fortsetzung folgt…

 

Eure Mona