3 Monate Carolina Liebe. Drei Monate voller Gefühle. Drei Monate voller Aufregungen. Drei Monate >Zwei unter Zwei<. Eine Zeit, in der ich mal wieder über mich hinaus gewachsen bin. Eine Zeit, in der ich mal wieder gelernt habe: Ja! Es stimmt! Wir wachsen an unseren Aufgaben.

Früh morgens. Um 8.30h. Große, blaue, wache Augen schauen mich an. Ich schau zurück und werde angelacht. So herzlich, so fröhlich und so ehrlich, dass es mir jeden Morgen den Atem verschlägt. Auch dieser Tag kann so einfach nur gut werden. Carolina ist lieb. Sehr entspannt. Und sie schläft sehr gut. Von Anfang an. Schon mit einer gewissen Routine möchte ich behaupten. Nachts schläft sie durch. Naja, wie es eben ist mit einem Stillkind durch zu schlafen. Drei bis viermal meldet sie sich ganz normal die Nacht. Sie hat aber das Langschläfer-Gen von ihrer Schwester übernommen. Oder doch eher meins? Es gab Tage, lang sind sie her, damals als ich jung war, da schlief ich am Wochenende auch einfach mal so bis Mittag durch. Oder lag den ganzen Tag einfach im Bett rum. Herrliche Zeiten waren das. Und lang sind sie auch her. So lang, dass die Erinnerungen daran langsam verblassen. Wie dem auch sei und eines versichere ich euch nun an dieser Stelle: eine Zauberformel dafür hab ich nicht. Sie ist einfach pflegeleicht. Oder bin ich einfach nur viel entspannter?

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Asien als Garant für eine entspannte Elternzeit

Noch entspannter? Fakt ist: Ich ging auch schon mit meiner ersten Tochter sehr entspannt um. Blicke ich zurück auf das erste Jahr, so ist mir noch sehr präsent, wie meine Familie voller Panik reagierte, als wir ankündigten mit unserem 10 Monate altem Baby nach Asien zu reisen. „Ernsthaft? In diese dreckigen und gefährlichen Länder?“ Da stand ich damals, zwischen all diesen „und wenn was passiert? Gibt es dort überhaupt ärztliche Versorgung?“ Äußerungen. Ja. Und dennoch zogen wir „unser Ding“ durch. Denn ich vertraute auf meine Instinkte. Und wusste, dass wenn es sich falsch anfühlen würde, ich es niemals tun würde. Und das tat es nicht. Der Gedanke fühlte sich gut an und darum traten wir diese Reise auch an. Und rückblickend betrachtet, war es das Beste war wir machen konnten. Nicht nur für uns, sondern auch für unsere Tochter. Wir lernten uns nicht ständig von den alltäglichen Dingen verrückt machen zu lassen und das Leben und unser Kind zu genießen. Dort fing Paulina an mit beiden Händen herzhaft ihren Brei zu essen, wurde mit der Zeit selbstbewusster und gab den Löffel nicht mehr aus der Hand. Und auch wenn von ihren Mahlzeiten, die Hälfe auf dem Body landete, verrückt haben wir uns deshalb nicht gemacht. Auch nicht, wenn wir sie in Vietnam, in Saigon vor dem Notre Dame rumkrabbeln ließen und ihre Füße und Beine danach schwarz wie Ruhrpott Kohle waren. Es hat ihr nicht geschadet und uns nur ein paar Minuten mehr Zeit gekostet, sie wieder sauber zu machen.

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Karriere als Vorbereitung auf mein Mami-Sein

Vielleicht bin ich nun ultra entspannt? Zu entspannt, würden vielleicht einige behaupten? Ganz ehrlich? Es gibt genug Situationen, die euch mein Mann aufzählen könnte, in denen ich alles, aber auch alles andere, nur nicht entspannt war. Stresst mich der Alltag mit zwei Kindern, diesen Altersabstandes, ebenso sehr. Abends liegt ich oft körperlich total erschöpft auf der Couch und komm auch dann meist nicht so richtig zur Ruhe. Aber das ist mein Kopf, sagt mein Mann. Meine Gedanken, sowie die Gabe zu besitzen ständig alles relektieren zu müssen Oh ja – das stresst mich oft gleichermaßen, wie ein Einkauf am Black Friday oder der Startschuss in die Sale Saison im Einzelhandel. Ja, hier spricht die ehemalige Filialleitung von VeroModa zu euch, die danach zu Inditex und Pull&Bear wechselte. Nicht weniger stressig. Ganz im Gegenteil. Und wisst ihr was? Ihr habt ja sowas von keine Ahnung, was sich dort in den Shop so alles abspielt. Hinter den Kulissen. Was sie dort an einem verkaufsoffenen Sonntag, zur Weihnachtszeit alles erleben, wo du dir einfach nur denkst, woher kommen diese Massen von Menschen und warum haben die alle da draußen so viel Geld für Klamotten? Kriegsähnliche Zustände spielen sich an solchen Tagen in den Malls ab. Und ich kann euch eines sagen: DAS WAR STRESS PUR. Oder auch das Servieren in der Systemgastronomie während meiner Studienzeit. Damals als ich von morgens bis nachmitags zur Uni ging und anschließend abends noch kellnerte? Teller und Tabeltt gleichzeitig trug, dabei Bestellungen entgegen nahm und nebenbei kassierte. Wenn ich abends Kasse machte und mit 90 Euro Trinkgeld nach Hause ging, wusste ich, was getan hatte. Hat mich das abgehärtet?

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Wirft mich daher vielleicht einfach nichts mehr aus der Bahn? Nicht einmal dieser Zustand „zwei unter zwei“? Bin ich da schon so über mich hinausgewachsen? Haben mich damals meine Jobs schon gelehrt und gezeigt, was wirklich Stress bedeutet? Wirkliche körperliche Belastung? War das vielleicht einfach alles tatsächlich nur eine Vorbereitung auf das was jetzt hier gerade passiert? Eine Vorbereitung auf meinen Mamialltag.

Kuscheln als morgentliches Ritual

Ich stehe also auf. Um 8:30. Gehe mit Carolina runter in die Küche und mache mir erstmal einen Kaffee. So sieht es 3 Tage die Woche hier aus. An den anderen Tagen, da stehe ich freiwillig um 7.00 auf, um alleine zu sein. Wann bin ich das den Rest des Tages mal wieder? Also genieße ich die Ruhe vor dem Sturm. Oder schreibe ein bisschen. Mein Ausgleich zu all dem da. Zeit, meine Gedanken zu sortieren und vieles zu verarbeiten. Aber auch einfach mal etwas zu machen, was „nur“ mir Spaß macht.

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Paulina ist ein fröhliches Mädchen. Sie ist lieb, sanft, laut und quirlig. Sie liebt ihr Schwester und möchte morgens ersteinmal ganz lang und ausgiebig mit ihr kuscheln. Klar, dass ich da mit mache. Wir drei. Zusammen. Alle in einem Bett. Ein wundervolles Ritual. Auch frühstücken wir zusammen. Ok – ich tu oftmals nur noch so. Aber für Paulina gibts Müsli. Bircher Müsli mit Milch und Joghrt und „Früchten der Saison“. Ganz genau. Madame ist eine Feinschmeckerin. Seit Asien. Dort setzen wir diese Mahlzeit nämlich auf unsere Speisekarte. Brot gibt es abends. Und das genügt vollkommen.  Ja, und während sie ihr Müsli frühlich löffelt und mit ihren Figuren in der Hand spielt, sie die ein oder andere auch mal dort rein dippt, still ich die andere. Die trinkt zügig. So zügig, dass wir pro Seite nicht mal 10 Minuten brauchen. Das war immer schon so. Von Anfang an. Hab ich ein Glück, was?

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Eine Zeit, die so nicht mehr wieder kommt.

Der weitere Verlauf meines Tages? Ich fokussiere mich auf beide Mädels, verknüpfe allerdings leere Zeitfenster mit anderen, nennen wir es mal, Erledigungen. Oder Dinge, die ich für mich tue. Stückchenweise komme ich so meinen Bedürfnissen nach. Ist jetzt nicht der absolute Traum eines jeden Menschen, so zurück stecken zu müssen. Aber hey – ich habe hier gerade ein Kleinkind zu Hause und ein Minibaby. Und was soll ich sagen: In ein paar Jahren sieht das natürlich auch wieder anders aus. Freizeit und Entspannung momentan für mich? Kurze Wellnesssessions, wie Badewanne oder auch mal ein Spaziergang oder ich leg mich im Garten oder aufs Bett. Und wisst ihr? Ich bin gut damit. Ich meine: Ich akzeptiere diesen Zustand. Ich beschäftige mich nicht ständig damit, wie anstrengend doch alles ist. Das führt nur dazu, dass ich meine Energie darin verschwende, wo ich sie doch definitiv woanders gebrauchen könnte. Und ich habe mich doch bewusst dafür entscheiden. Und ja – ich liebe es. Auch wenn es mich oft genug an meine Grenzen bringt, macht mich der Alltag mit meinen kleinen Mädels sehr glücklich. Und zwischen all den Windeln, Wundsalben und herumliegendem Spielzeug, zwischen weinen und lachen, zwischen schlaflosen Nächten und müden Kinderaugen – ja, bei all dem, genieße ich mein Leben, meinen selbstbestimmten Alltag, hier gerade in vollen Zügen, auch wenn ich, mit all meinen Bedürfnissen ganz weit hinten anstehen muss und sich von morgens bis abends alles hier nur um die Kinder dreht. Denn ich weiß, diese Zeit kommt nie wieder. Andere Zeiten werden irgendwann wieder kommen. Und dann? Vermisse ich meine kleinen anstrengenden Mädels wieder. Und vielleicht ist es genau diese positive Einstellung, die alles so viel einfacher werden lässt.

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Durchhalten statt durchzudrehen

Was ich euch an Ratschlägen mitgeben kann? Man muss lernen vieles anders zu organisieren. Einiges kommt einem am Anfang ziemlich kompliziert und unüberbrückbar vor, aber es ist zu schaffen. Denn beim zweiten Kind macht dir keiner mehr was vor. Du kennst dich aus, hast in vielen Dingen bereits deine Routine entwickelt, verfällst nicht mehr wegen jedem Blödsinn in Panik und bist entsprechend deutlich entspannter. Klar, es lockt mich auch oft genug  aus der Reserve und  erfordert unglaubliches Geschick in der Alltagsplanung. Aber es zeigt mir auch eines ganz besonders: Wie schön Geschwisterliebe sein kann.

Eure Teresa

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Hi ich bin Teresa. Studierte Medienmanagerin und leidenschaftliche Redakteurin. Meine Modeaffinität hat mich aber auch zwischenzeitlich mal die Branche wechseln lassen und so war ich zuletzt als Shopmanagerin bei Inditex tätig. Aktuell lebe ich aber ganz nach dem Motto: „Mein Alltag ist ihre Kindheit“. Ich versuche jeden Tag zu einem kleinen Abenteuer für uns zu machen. Mit einem tollen Mann an meiner Seite, einer wundervollen Tochter, die im Mai 2017 zur großen Schwester upgegradet wird, gestalten wir unseren Alltag so bunt wie möglich. So reisen wir gerne, ob durch Asien oder Europa. Und versuchen einfach immer wieder unseren persönlichen Interessen treu zu bleiben und sie gemeinsam auch zukünftig mit unseren Kindern zu vereinbaren. Kinder machen unser Leben nämlich nur noch lebenswerter: wir müssen es nur zulassen.