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Zoo Heidelberg

Heidelberg ist eine wunderschöne, sehr alte Universitätsstadt, die einige Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Neben dem Schloß, dem Zuckerladen und dem Märchenparadies auf dem Königgstuhl, wurde mir für unseren Kurztrip ein Besuch im Zoo dringend ans Herz gelegt. Also bin ich mit meinem Sohn (2) hin. Ich hatte allerdings keine großen Erwartungen, immerhin haben wir den modernen Zoom in Gelsenkirchen direkt vor der Tür. Aber ich bin ja immer bereit, mich überzeugen zu lassen. Und das wurde ich schließlich auch…

Mitten auf dem Campus – obwohl ich nach meinem Heidelberg-Trip das Gefühl habe, die ganze Stadt ist ein einziger Campus – befindet sich der Zoo. Unmittelbar nach dem historischen Eingangstor, führte uns der Weg direkt zu mehreren, zusammenhängenden Spielplätzen. Ein Highlight ist die Arche Noah: ein riesiges Holzschiff mit verschiedenen Klettermöglichkeiten, einer Rutsche und versteckten „Räumen“. Besonders gut gefallen haben Louis die lebensgroßen Holztiere, er musste natürlich auf jedem Platz nehmen. Besonders toll: Von einem der Spielplätze aus hat man einen direkten Blick aufs Affengehege.

Mit Blick auf die Affen erinnerte ich meinen Sohn daran, dass wir ja eigentlich zum Tiere gucken da waren! Es fiel ihm zwar sichtlich schwer sich vom Spielplatz loszureißen, spätestens als wir vor den Eseln standen , sprach er aber nicht mehr davon. Nein, er schaute mich ungläubig an, als ich ihm erklärte, dass Esel keine Pferde sind. 😉 Viele Gehege sind hier so angelegt, dass man einen direkten Blick auf die Tiere hat und das meist ohne eine Scheibe. Außerdem gibt es auch einen Streichelzoo mit Ziegen und Schafen. Den haben wir allerdings ausgelassen, da Louis im Streichelzoo im Gruga Park quasi Stammgast ist.

Aber zurück nach Heidelberg! Besonders schön fand ich dort folgende Situation: Angekommen bei den Riesenschildkröten , waren die drei Tiere nicht allein in ihrem Gehege. Die Zooschule (hier können Kinder ihren Geburtstag etc. feiern und es gibt verschiedene Ferien-Aktionen) machte Station bei ihnen. Louis und ich waren zwar nicht im Gehege, so wie die Gruppe aus Kindern, waren aber durch die offene Bauweise so nah dran, dass jedes Wort des Pflegers verstehen konnten. Nach einer genauen Einführung durften die Schüler den Panzer der über 150 Jahre alten Schildkröte mit kleinen Schwämmen putzen. Das war eins der liebevollsten Dinge, die ich je in einem Zoo gesehen habe. Die Kinder haben sich alle ganz vorbildlich verhalten und ich hatte das Gefühl, die alte Dame hat ihren Spa-Tag genossen.

(c)Zoo Heidelberg

Anschließend haben wir noch eine Weile den Seerobben beim Schwimmen und Tauchen zugesehen, bevor wir in Richtung eines kleinen Cafés schlenderten. Wir wollten uns nämlich eine Waffel zum Mittag gönnen. Man reichte uns auf Bestelleung eine kleine Portion Teig: Man darf die Waffel nämlich selbst im Eisen backen und ganz nach Geschmack mit allerlei Süßkram garnieren. Ich weiß nicht, wie entspannt es an dem Waffeleisen am Wochenende zugeht, aber Louis und ich fanden es in dem Moment klasse, unser Essen selbst zuzubereiten.

Ein weiteres Highlight für uns waren die Elefanten. Sie leben in einem großes Gehege in einer Gruppe Jungbullen zusammen. Davor befinden sich ihre Fußabdrücke in Beton und Louis durfte vergleichen, wie viel größer so ein „Fant“-Fuß ist. Die Abdrücke der verschiedenen Tiere ziehen sich übrigens durch den ganzen Park.

(c)Petra Medan_Zoo Heidelberg

Und auch für die Kleinen ist im Zoo Heidelberg Platz, es gibt einen Bereich für Bienen, einen Bienenstock und sicher irgendwo auch leckeren Honig. Ganz in ihrer Nähe leben die Waschbären – und die drolligen Kerlchen wiederum Tür an Tür mit Touristen, denn die Jugendherberge grenzt direkt an den Zoo und von den Zimmern aus, schaut man auf die Waschbären.

Uns drängte nun der anstehende Mittagsschlaf in Richtung Ausgang. Beim Verlassen fielen mir Künstler ins Auge, die dort auf den Wiesen einen festen Stand zu haben schienen und arbeiteten. Sie bieten dort außerdem kleine Erinnerungen zum Verkauf an. Und wer Lust hat, kann direkt vor Ort einen Bildhauerkurs belegen. Toll, oder?! Die Heidelberger nutzen ihren Zoo also für ganz verschiedene Freizeitaktivitäten. So ist bei uns folgender Eindruck entstanden: Der Tiergarten wirkt persönlich und herzlich aber nicht aufdringlich! Oder ist das vielleicht Mentalität in Baden-Württemberg, die wir dort gespürt haben?

Eure Melli