Da war sie. Die zweite Nacht im Krankenhaus. Und wir beide hellwach. Meine Tochter und ich. Da lagen wir. Sie hungrig und ich müde. Wir beide sehnlichst wartend auf den Milcheinschuss. Ja – so lagen wir dort, die ganze Nacht. Und während ich sie einfach nur abwechselnd anlegte, schauten wir uns an und dachten wohl beide dasselbe: „Ok, da müssen wir wohl jetzt einfach durch“. Und so lagen wir einfach da – ganz romantisch, bis es wieder hell wurde und der nächste Tag anbrach. Und dann – plötzlich, war er da. Der Milcheinschuss. Segen und Fluch zugleich.

„3600g“, stellte meine Hebamme vor ein paar Tagen fest. Mehr als ein Pfund hat sie nach drei Wochen nun zugenommen. Das ist ja enorm, dachte ich noch dabei.  Dauerte es im Vergleich zu meinem ersten Kind doch fast das doppelte an Zeit, bis wir diese Zahl auf der Waage lesen konnten. Da lief es aber von Anfang an nicht so „reibungslos“ ab. Und das ist noch harmlos ausgedrückt. Da wollte das mit dem Stillen nämlich ganz und gar nicht so gut klappen. Da setzte ich mich selber aber auch so sehr unter Druck, ließ mich verunsichern und wusste es selbst nicht besser. Schlichtweg gesagt: Ich hörte nicht auf mein Bauchgefühl und versperrte mich gegen meine Instinkte.

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Da begann schon alles im Krankenhaus schief zu laufen. Und während ich die erste Nacht, abgelenkt und fokussiert auf meine Kaiserschnittschmerzen, damit verbrachte nicht zu vergessen, dass ich mich im Schlaf auch ja nicht auf die Seite rollen sollte, hielt meiner Unbeweglichkeit mich zudem ab, das Ganze entspannter und gelassener anzugehen. Ich war genervt und enttäuscht. Und meine Wunde pochte, die Nachwehen setzten ein, und jede Stilleinheit eine echte Tortour. Leichte Beute für Stationsschwestern und Stationshebammen, die von drohendem Gewichtsverlust sprachen. So ließ ich mich ziemlich zügig überreden, abzupumpen und dieses meiner Tochter via Flasche zu verabreichen. Ja – damals, als frischgebackene Mama bekam ich Panik und dachte, ich hätten keine Milch. Aber der „richtige“ Milcheinschuss kommt auch manchmal erst sieben Tage nach der Geburt und mein Kind wäre bis dahin sicherlich nicht verhungert, auch wenn so manche Krankenschwester davon überzeugt ist.

Warum ich mich damals hab so verunsichern lassen? Die Frage stelle ich mir manchmal noch heute. Vielleicht, weil ich mich schwach fühlte? War ich doch auch so mit mir und meinen Schmerzen beschäftigt. Gleichzeitig war ich so frustriert, weil ich einfach nicht in dem Maße für mein Kind da sein konnte, wie ich es mir gewünscht hätte. Und vielleicht war ich damals auch noch überrumpelt von der Situation. Dem Kaiserschnitt. Ihn gehen zu lassen: meinen Traum und meine Vision von einer „richtigen“ Geburt, die ich nicht erfüllt bekam und was für  Erfahrungen mir dadurch verwehrt blieben. Aber diesmal war ich vorbereitet. Vorbereitet auf alles. Auch auf einen weiteren Kaiserschnitt und dessen Konsequenzen. Und doch war ich mir sicher: dieses Mal würde ich natürlich entbinden. Und so kam es. Ob es an meiner, während der Schwangerschaft so enorm gewachsenen inneren Ruhe und Selbstsicherheit lag? Ich weiß es nicht – aber es lief alles einfach nur perfekt. Und so perfekt, wie die Geburt, so perfekt ist unsere Stillbeziehung. Von Anfang an. Und mit all seinen nervenaufreibenden und schmerzhaften Momenten, denn so dankbar bin ich dafür. Dankbar, um diese Erfahrung reicher sein zu können. Und vor allem stolz darauf, festgestellt zu haben, dass es sich lohnt – lohnt, auf sein Bauchgefühl zu hören.

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So – und da das Stillen nicht immer nur eine wohliges, romantisches miteinander kuscheln ist, sondern auch mal Tränen, nicht vor Glück, sondern vor Schmerz in die Augen schießen lassen kann, und obwohl man am liebsten die Tapete von den Wänden kratzen möchte, es dann aber einfach immer nur wieder heißt, anlegen, anlegen, anlegen, den Bedarf an Milch aufstocken, hier einige Tipps, die mir geholfen haben, diese Tage zu überleben. Angefangen vom Milcheinschuss. Wenn er kommt, dann kommt er richtig. Man sollte sich darauf vorbereiten. Die Brüste werden schwerer und härter, richtiggehend prall. Das kann auch sehr schmerzhaft sein und sich heiß anfühlen. So war es jedenfalls bei mir. Und meine Brüste mussten sich erstmal daran gewöhnen. Gegen Beschwerden hat es mir immer sehr geholfen, die Brust vor dem Stillen zu wärmen (unter der Dusche, mit dem Fön, warme Wickel etc.) und nach dem Stillen zu kühlen, z.B. Umschläge mit (gefrorenen) Kohlblättern oder Magerquark. Und Lansinoh hat mir das Leben gerettet

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Hi ich bin Teresa. Studierte Medienmanagerin und leidenschaftliche Redakteurin. Meine Modeaffinität hat mich aber auch zwischenzeitlich mal die Branche wechseln lassen und so war ich zuletzt als Shopmanagerin bei Inditex tätig. Aktuell lebe ich aber ganz nach dem Motto: „Mein Alltag ist ihre Kindheit“. Ich versuche jeden Tag zu einem kleinen Abenteuer für uns zu machen. Mit einem tollen Mann an meiner Seite, einer wundervollen Tochter, die im Mai 2017 zur großen Schwester upgegradet wird, gestalten wir unseren Alltag so bunt wie möglich. So reisen wir gerne, ob durch Asien oder Europa. Und versuchen einfach immer wieder unseren persönlichen Interessen treu zu bleiben und sie gemeinsam auch zukünftig mit unseren Kindern zu vereinbaren. Kinder machen unser Leben nämlich nur noch lebenswerter: wir müssen es nur zulassen.