Eine Strandbar an der Costa de La Luz. Ich laufe die Treppe hoch, einmal durch die Bar und das Restaurant, verlasse es über eine Rampe, umrunde das Lokal und beginne wieder mit der Treppe. So aktiv wie in diesem Urlaub, war ich wohl tatsächlich noch in keinem anderen zuvor. Und das ist nur eine von vielen Trainingseinheiten. Ich kann auch prima vom Pool aus durch die Lobby rennen, kurz die kleine Bühne dort besteigen und hinten über die Terrasse wieder raus und von vorn starten. Ich kann auch Bauchübungen auf der Liege machen, in dem ich wie von der Tarantel gestochen aufspringe, während mein Sohn andeutet ins Wasser zu springen. Immer meinem Sohn hinterher! Sportlich war der Andalusien-Urlaub ohne Zweifel – nur leider nicht ganz freiwillig. Manchmal habe ich mir das Baby aus dem letzten Mallorca-Urlaub zurück gewünscht. Dabei fanden wir das schon anstrengend. Wir waren ja so naiv!

So musste ich vor kurzem doch echt schmunzeln, als ich mir die Videos unseres Sommerurlaubs 2016 angesehen habe. Da, entschuldigt das Wort, kriecht der kleine Louis von der Decke zu seinem Spielzeug und ich kommentiere das Ganze mit: „Hier gibt es neuerdings kein Halten mehr und man muss sooo aufpassen, wohin der kleine Mann krabbelt.“ Dazu sage ich nun ein Jahr später: „Haha!“ Denn jetzt kann er nicht nur laufen, er hat auch seinen ganz eigenen Kopf und lässt sich von nichts und niemandem beirren. Ich habe in Andalusien ein Foto in meine Insta-Story geladen, auf dem mein Mann hinter Louis her läuft. Text: „Der Urlaub in einem Bild.“ Ich beschreibe euch mal kurz eine ganz typische Situation: Der kleine Mann läuft weg, wenn er sich zu uns umdreht lacht er. Wir laufen hinterher und rufen dabei: „Stopp! Bleib stehen!“ Und er macht schmunzelnd weiter. Tja, wenn er nicht will, dann will er nicht. Zum Beispiel: Schlafen! Wurde früher doch immer und überall im Kinderwagen geschlafen und sogar neben mir auf einer schmalen Liege bei Hitze am Strand, war der Mittagsschlaf „draußen“ in Novo Sancti Petri zunächst ein aussichtsloses Unterfangen. Zu aufregend die neue Umgebung, das Rauschen des Meeres, die Stimmen der anderen Menschen. So mussten wir für die Zeit des Mittagsschlafes tatsächlich immer im Hotel sein. Und das ist nur ein Unterschied zum Urlaub mit Baby.

War Louis auf Mallorca noch „stolz wie Bolle“, dass er allein im Hochstuhl sitzen kann, so grenzte der Versuch ein Jahr später daran, ihn mit nacktem Po auf einen Kaktus zu setzen. Die größte Herausforderung: Essen. Soll mir mal einer erklären, warum das ansonsten wirklich sehr kinderfreundliche Hotel in dem wir waren, den Speisesaal mit Blick auf den Spielplatz gebaut hat. Eins sage ich euch: Kleinkinder können mit sehr wenig Nahrung auskommen, während sie trotzdem eine Energie haben, als würden sie zum Frühstück schon Red Bull trinken. So wollte Louis auch ab dem Moment, wo wir uns zum Essen gesetzt hatten nur noch eins: „Pielplass und sauckeln!“ Und wir „Ach, Louis, schau mal es gibt Eier, Müsli, Croissants, Käse usw.!“ Doch das ließ ihn meistens völlig kalt, zu groß, war die Lust den Spielplatz zu erobern. Was dazu geführt hat, dass auch wir Erwachsenen nicht mehr in Ruhe frühstücken konnten, denn einer musste die kleine Sirene am Tisch ja zum Schweigen bringen.

Und damit wären wir schon bei meinem ultimativen Tipp für einen entspannten Urlaub mit Kleinkind(ern): Fahrt nicht allein! Wir waren mit Freunden und deren Sohn unterwegs. Für uns war es perfekt, denn wir konnten uns in allem abwechseln und unterstützen. Das Beste aber ist: wenn der Partner sich um das Kind kümmert, ist man nicht zwangsläufig allein. So passiert im letzten Sommer auf Mallorca. Mein Mann geht mit Söhnchen aufs Zimmer zum Mittagsschlaf?! Top! Ich bleibe allein am Pool. Andalusien 2017: Die Männer legen die Kinder hin und wir Frauen gönnen uns eine Sangria und schwimmen anschließend ein paar Bahnen. Perfekt! Weitere Beispiele: Wer als erstes mit dem Essen fertig ist, geht mit beiden Kindern schon mal auf den Spielplatz oder die Kinder bleiben beide bei einem Paar im Sand und die Eltern gehen gemeinsam ins Meer. Muss ich noch mehr sagen? Ich glaube, ihr wisst jetzt worauf ich hinaus möchte. Louis hat es außerdem sehr genossen, den großen Bruder zu spielen. Und ihr wisst ja schließlich, wenn es den Kleinen gut geht, dann haben wir auch eine gute Zeit.

Übrigens: Nach 5 Tagen wurde die Situation insgesamt entspannter. Die Kinder hatten sich an die neue Umgebung, das Klima und den veränderten Tagesablauf gewöhnt. An Tag 6 ist Louis sogar auf Papa am Strand eingeschlafen – die Entspannung setzte ein. Leider sind wir am nächsten Tag schon abgereist. Daher noch ein weiterer Tipp von mir: Wenn ihr die Möglichkeit habt, verreist lieber zwei Wochen am Stück. Die Minis brauchen doch ihre Zeit um sich an die Veränderung zu gewöhnen. Wir übrigens auch!

Ach, und falls sich der ein oder andere hier gerade nicht ganz sicher ist: Ja, wir hatten einen wunderschönen Urlaub. Er war nur so ganz anders, als der Urlaub mit Baby. Damit ihr da draußen ein bisschen besser vorbereitet seid, habe ich meine Erfahrungen hier für euch aufgeschrieben. Dabei hoffe ich, dass ihr beim Lesen ab und an geschmunzelt habt. 😉

Eure Melli

Hallo, ich bin Melli, an meiner Seite sind der kleine Louis und mein Mann Björn. Bevor ich Mama wurde, habe ich Modejournalismus studiert und arbeitete anschließend in einer Promi-Redaktion. Gab es zu der Zeit für mich nichts Spannenderes als: „Welches Kleid trägt XY zu den Oscars“ und „Hat Promi ZZ tatsächlich eine Affäre“, interessiere ich mich heute brennend dafür, wann unser kleiner Mann seine ersten Schritte macht und ob Pampers Baby Dry Night wirklich länger trocken halten?! Louis ist eindeutig der Star in unserem Haushalt und wie es sich für eine richtige Diva gehört, hat er sich Zeit gelassen, in unser Leben zu treten. Erst, als ich schon daran zweifelte, dass bei uns alles auf natürlichem Wege laufen würde, passierte „es“ in einer feucht-fröhlichen Nacht. Und so begann die aufregendste Reise meines Lebens… Jetzt ist der kleine Keks schon ein Kleinkind und hat unser Leben bereits ordentlich auf den Kopf gestellt.