9 In Motherhood/ Pregnancy

Schwangerschaftsupdate // Besuchermarathon im Krankenhaus

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So voller Stolz ist man. Kann es gar nicht abwarten. Abwarten, am liebsten der ganzen Welt zu verkünden, dass sein Baby nun endlich da ist. Wurde man im Vorfeld ja auch häufig genug danach gefragt. „Wann ist es denn jetzt soweit“? „Ist das Kind schon da?“. Meine Standard-Antwort: „Nein. Und glaubt mir. Wenn es soweit ist, dann wird es garantiert schon jeder mitbekommen.Und so war es auch. Denn schon als die ersten kleinen Wehen losgingen, schrieb ich meiner Freundin. Von da ab hielt ich sie in einem gefühlt stündlichem Update auf dem Laufenden und berichtete ihr von der aktuelle Lage. Auch unsere Familie wurde informiert. Wir waren ja so aufgeregt und voller Vorfreude.  Als wir keine fünf Stunden später im Krankenhaus im Kreißsaal lagen und ich mich durch die Wunder der Geburt kämpfte, verbreitete sich die frohe Botschaft wie ein Lauffeuer und kaum war die Kleine auf der Welt, kündigte sich auch schon der Besuch an – und daran waren wir nun auch nicht ganz unschuldig.

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Aber da  gibt es die Menschen, die man dann auch gerne zeitnah sehen möchte, wie Familie und ganz enge Freunde. Keine Frage. Aber dann gibt es auch die anderen. Die dann auch einfach mal so ins Krankenhaus kommen, hereinspazieren, ohne jegliche Anmeldung ihrerseits. Die dann einfach an der Tür klopfen und im Zimmer stehen. Nur leider meist dann, wenn man sich gerade etwas Schlaf gönnen wollte und vor Schmerzen eigentlich noch gar nicht in der Lage für Smalltalk ist. So eine Geburt ist nun mal kein körperlicher Spaziergang.  Nur leider – und das man merkt man dann ganz schnell – hat man hier keine Chance mehr zu selektieren oder gar einzuschreiten. Dafür ist es nun zu spät. Und man trägt selbst Schuld daran. Weil man die frohe Botschaft mit einem passenden Foto gespickt, inklusive sämtlicher Geburtsdaten per Rundmail schon rausgeschickt hat. Voller Stolz natürlich. Trotzdem hat man es sich selbst eingebrockt und dann heißt es nur noch: Fullhouse und Zähne zusammenbeißen. Dabei war ich mir im Vorfeld so sicher das Richtige zu tun. Ich dachte, wenn ich die Besucher im Krankenhaus „abfertige“ habe ich zu Hause mehr Ruhe. Dort, wo wir dann unseren eigenen Rythmus entwickeln können, ohne das ständig jemand vorbei kommt. Da ahnte ich aber nocht nicht, wie schlimm Nachwehen sein können, wie sehr wunde Brustwarzen schmerzen und was postnataler Blues bedeutet.

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Natürlich habe auch ich mich sehr über die Anteilnahme gefreut, die vielen liebevoll ausgesuchten Geschenke, Blumen und Glückwünsche, aber in erster Linie wollte ich Zeit haben. Zeit haben für mich, das Baby und meinen Mann und eben nicht ständig gestört werden. Doch wo zieht man da die Grenze? Und wie? Mal abgesehen davon, dass ich dieses Mal weitaus gelassener in die Geburt gehe und nicht nochmal den Fehler mache zu viele Leute im Vorfeld darüber zu informieren und dann wenn unsere Tochter da ist, die Leute zeitig ins Krankenhaus einzuladen, habe ich mir überlegt, dass ich versuche deutlich zu vermitteln, dass wir erstmal die Situation für uns selber verarbeiten und auch genießen möchten. Ja-  genauso werde ich es machen. Und das hat nichts mit Egoismus zu tun. Ich möchte mir einfach nur Ruhe gönnen. Ruhe nach den Strapazen der Geburt. Ruhe für mich und meine Gedanken. Ruhe für mein Kind. Es ist schließlich unsere Zeit des Kennenlernens. Und zwar von Mama, Papa und unserem Kind. Und das – ja das kann ja wohl jeder nachvollziehen, oder?

Die Sache ist doch die: So sehr wie wir uns das alles beim ersten Kind genau so gewünscht haben, so sehr wir unsere Freude sofort mit allen teilen wollten, so lief doch leider auch alles ein wenig aus dem Ruder. Jetzt beim zweiten Mal, möchte ich das alles viel bewusster erleben und möchte mir die Kennenlernzeit für mich und meine Familie nehmen und deswegen möchte ich dieses Mal im Krankenhaus nur eine handvoll auserwählter Leute sehen.

eure Teresa

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9 Comments

  • Reply
    Tini Busch
    4. April 2017 at 09:51

    Liebe Teresa ♡ ich kann Dich so so gut verstehen. Mich hat der viele Besuch nach meiner ersten Geburt auch so gestresst und ich wollte einfach nur meine Ruhe haben und die Zeit mit meiner neuen kleinen Familie verbringen und mich natürlich auch von der Geburt erholen dürfen. Ich bin dann sogar zum Stillen immer in das Stillzimmer gegangen statt in meinem Zimmer zu bleiben da ich einfach dabei nicht gestört werden wollten. Bei meinem zweiten Kind habe ich das dann vorher auch ganz klar und deutlich kommuniziert, dass ich am Anfang einfach keinen Besuch haben möchte. Und das hat auch jeder verstanden. Du machst also alles richtig. Einen dicken Kuss Tini ♡

    • Reply
      Teresa
      4. April 2017 at 18:08

      Danke liebe Tini, für deine Worte. Genau so habe ich es nämlich dann auch gemacht. Aber das ist ja nicht der Weg. Ich mache es dieses Mal einfach anders. Und dann wird alles gut. Ganz liebe Grüße an dich!

    • Reply
      Vanessa
      21. April 2017 at 19:21

      Krass. Ich war da rigoros. Hab jedem von der Geburt gesehen aber gesagt dass ich keinen Besuch möchte und hatte auch null PROBLEME damit die Leute heim zu schicken. Selbst Familie musste sich anmelden. Finde da darf man egoistisch sein. ICH bin die MAMA …Mein MANN DER PAPA….WIR haben ZUERST das Recht unser Kind kennen zu lernen und das würde ich mir nie nie nehmen lassen. Zumal es mir mega scheisse ging. Das hat man zu akzeptieren oder man kann es gleich lassen. Ich habe auch jeder Mama ihre Zeit gelassen und jegliches Verständnis aufgebracht. Finde du warst viel zu nett und du MUSST GAR NICHTS 😉😉 DU entscheidest 🌷💘 hoffe beim 2. wird es besser!

      • Reply
        Teresa
        21. April 2017 at 22:12

        Das hoffe ich auch 🙂 Ich war da auch viel zu nett !

  • Reply
    Tini Busch
    4. April 2017 at 09:55

    P.S.: Super tolle wunderschöne Fotos von Dir ♡♡

  • Reply
    Alexandra
    5. April 2017 at 17:33

    Hi ich habe es genau anderes herum gemacht. Bei meinem ersten Löwenkind habe ich mir die Zeit im Krankenhaus genommen. Da mussste ich dann feststellen das der Besuch zu Hause kein Ende nahm. Also dachte, beim zweiten wird es anderes gemacht. Er will kann ins Krankenhaus komme aber nur wenn es mir und dem kleinen Löwen gut geht. Das hat super geklappt der erste Schwung war durch und bis der zweite Schwung von Bekannten ect. anrollte haben wir uns zu Hause schon wunderbar eingelebt. Beim zweiten ist ja auch nicht mehr alles neu. Ich muss allerdings dazu sagen – ja das Glück war auf meienr Seite mir ging es sofort wieder prima nach beiden Geburten. Wenn meine Freundinen Kinder bekommen bin ich immer vorsichtig mit dem „selber einladen “ ich warte bis ich gefragt werde. Da ich sowas nicht mag. Sehr schöner Artikel. Danke für die Gelenheit meine Erinnerungen wieder auszugraben. Viele Grüße Alex von Margreblue

    • Reply
      Teresa
      21. April 2017 at 22:13

      Ja ich denke auch, dass ich schon einige (so lange es mir gut geht) auch kommen lassen werden, ins KH. Und zu Hause mir noch mehr Ruhe nehme.

  • Reply
    Cori
    5. April 2017 at 23:49

    Wir haben damals ein klares „Nein“ ausgesprochen , da wir einfach erstmal mit der Situation zurecht kommen wollte, das unsere Luette auf der Frühchenintensiv lag nach Ihrer Geburt. Einige FAmilienmitglieder haben sich leider nicht an unseren Wunsch gehalten und standen dann plötzlich neben dem Krankenbett meiner Tochter. Ich fand es so unverschämt und uns als kleine Familie mit ihrer Bitte und der verbundenen Gefühlsachterbahn überhaupt nicht gehört ;( . Selbst nach über zwei Jahren ist es etwas was ich immer noch nicht nachvollziehen kann… die erste gemeinsame Zeit sollte nur der frischen Familie gehören. Den man bekommt die Zeit nicht nochmal wiederholt .

    • Reply
      Teresa
      21. April 2017 at 22:14

      Eine absolute Frechheit !!! Das ist echt unverschämt! Du Arme.

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