So voller Stolz ist man. Kann es gar nicht abwarten. Abwarten, am liebsten der ganzen Welt zu verkünden, dass sein Baby nun endlich da ist. Wurde man im Vorfeld ja auch häufig genug danach gefragt. „Wann ist es denn jetzt soweit“? „Ist das Kind schon da?“. Meine Standard-Antwort: „Nein. Und glaubt mir. Wenn es soweit ist, dann wird es garantiert schon jeder mitbekommen.Und so war es auch. Denn schon als die ersten kleinen Wehen losgingen, schrieb ich meiner Freundin. Von da ab hielt ich sie in einem gefühlt stündlichem Update auf dem Laufenden und berichtete ihr von der aktuelle Lage. Auch unsere Familie wurde informiert. Wir waren ja so aufgeregt und voller Vorfreude.  Als wir keine fünf Stunden später im Krankenhaus im Kreißsaal lagen und ich mich durch die Wunder der Geburt kämpfte, verbreitete sich die frohe Botschaft wie ein Lauffeuer und kaum war die Kleine auf der Welt, kündigte sich auch schon der Besuch an – und daran waren wir nun auch nicht ganz unschuldig.

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Aber da  gibt es die Menschen, die man dann auch gerne zeitnah sehen möchte, wie Familie und ganz enge Freunde. Keine Frage. Aber dann gibt es auch die anderen. Die dann auch einfach mal so ins Krankenhaus kommen, hereinspazieren, ohne jegliche Anmeldung ihrerseits. Die dann einfach an der Tür klopfen und im Zimmer stehen. Nur leider meist dann, wenn man sich gerade etwas Schlaf gönnen wollte und vor Schmerzen eigentlich noch gar nicht in der Lage für Smalltalk ist. So eine Geburt ist nun mal kein körperlicher Spaziergang.  Nur leider – und das man merkt man dann ganz schnell – hat man hier keine Chance mehr zu selektieren oder gar einzuschreiten. Dafür ist es nun zu spät. Und man trägt selbst Schuld daran. Weil man die frohe Botschaft mit einem passenden Foto gespickt, inklusive sämtlicher Geburtsdaten per Rundmail schon rausgeschickt hat. Voller Stolz natürlich. Trotzdem hat man es sich selbst eingebrockt und dann heißt es nur noch: Fullhouse und Zähne zusammenbeißen. Dabei war ich mir im Vorfeld so sicher das Richtige zu tun. Ich dachte, wenn ich die Besucher im Krankenhaus „abfertige“ habe ich zu Hause mehr Ruhe. Dort, wo wir dann unseren eigenen Rythmus entwickeln können, ohne das ständig jemand vorbei kommt. Da ahnte ich aber nocht nicht, wie schlimm Nachwehen sein können, wie sehr wunde Brustwarzen schmerzen und was postnataler Blues bedeutet.

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Natürlich habe auch ich mich sehr über die Anteilnahme gefreut, die vielen liebevoll ausgesuchten Geschenke, Blumen und Glückwünsche, aber in erster Linie wollte ich Zeit haben. Zeit haben für mich, das Baby und meinen Mann und eben nicht ständig gestört werden. Doch wo zieht man da die Grenze? Und wie? Mal abgesehen davon, dass ich dieses Mal weitaus gelassener in die Geburt gehe und nicht nochmal den Fehler mache zu viele Leute im Vorfeld darüber zu informieren und dann wenn unsere Tochter da ist, die Leute zeitig ins Krankenhaus einzuladen, habe ich mir überlegt, dass ich versuche deutlich zu vermitteln, dass wir erstmal die Situation für uns selber verarbeiten und auch genießen möchten. Ja-  genauso werde ich es machen. Und das hat nichts mit Egoismus zu tun. Ich möchte mir einfach nur Ruhe gönnen. Ruhe nach den Strapazen der Geburt. Ruhe für mich und meine Gedanken. Ruhe für mein Kind. Es ist schließlich unsere Zeit des Kennenlernens. Und zwar von Mama, Papa und unserem Kind. Und das – ja das kann ja wohl jeder nachvollziehen, oder?

Die Sache ist doch die: So sehr wie wir uns das alles beim ersten Kind genau so gewünscht haben, so sehr wir unsere Freude sofort mit allen teilen wollten, so lief doch leider auch alles ein wenig aus dem Ruder. Jetzt beim zweiten Mal, möchte ich das alles viel bewusster erleben und möchte mir die Kennenlernzeit für mich und meine Familie nehmen und deswegen möchte ich dieses Mal im Krankenhaus nur eine handvoll auserwählter Leute sehen.

eure Teresa

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Hi ich bin Teresa. Studierte Medienmanagerin und leidenschaftliche Redakteurin. Meine Modeaffinität hat mich aber auch zwischenzeitlich mal die Branche wechseln lassen und so war ich zuletzt als Shopmanagerin bei Inditex tätig. Aktuell lebe ich aber ganz nach dem Motto: „Mein Alltag ist ihre Kindheit“. Ich versuche jeden Tag zu einem kleinen Abenteuer für uns zu machen. Mit einem tollen Mann an meiner Seite, einer wundervollen Tochter, die im Mai 2017 zur großen Schwester upgegradet wird, gestalten wir unseren Alltag so bunt wie möglich. So reisen wir gerne, ob durch Asien oder Europa. Und versuchen einfach immer wieder unseren persönlichen Interessen treu zu bleiben und sie gemeinsam auch zukünftig mit unseren Kindern zu vereinbaren. Kinder machen unser Leben nämlich nur noch lebenswerter: wir müssen es nur zulassen.