Der Wunsch nach einer Familie, den hatten alle beteiligten Autorinnen, doch es sollte anders kommen. Wenn das Familienglück von jetzt auf gleich zerplatzt wie eine Seifenblase, ist dies schon schwer zu verkraften. Spielen noch Kinder eine Rolle dabei, wird der Beginn einer Trennung zu einer wahren Herausforderung, begleitet mit vielen Emotionen.

Die Trennung zu verdauen, dem Kind gerechnet zu werden und  den Alltag zu managen bedarf viel Unterstützung und Kraft. Das wir Eltern Superkräfte in uns tragen, wissen wir spätestens seit die Zwerge auf der Welt sind, aber was Mama oder Papa auch noch alleine bewältigen können, bleibt oft ein Wunder der Natur. Alle Autoren haben diesen nicht einfachen Weg auf ihre Weise gemeistert.

Tini (tini_busch)


Alleinerziehend sein ist doof. Schließlich haben wir als Kinder, Vater-Mutter-Kind und nicht, Mutter-Kind gespielt. Ich hatte mir das schon irgendwie alles anders vorgestellt – das große Glück von einer Familie. Trotzdem bin ich glücklich. Richtig glücklich sogar denn man wächst mit seinen Aufgaben und ich liebe heute das Leben genau so wie es ist. Und zwar mit allen Macken, die es mit sich bringt. Ich bin alleinerziehend seit meine Jungs 8 und 12 sind und ich bin sehr dankbar dafür, dass wir bis dahin als glückliche Familie zusammen gelebt haben. Ich bewundere alleinerziehenden Müttern, die sich von Anfang an alleine durchbeißen müssen. Die jeden Tag aufs Neue ein Spagat zwischen ihrem Job und ihren Kindern hinlegen. Die den Laden komplett alleine schmeißen und dabei keine Hilfe bekommen. Selbstverständlich macht es hierbei noch einen riesengroßen Unterschied, ob sich der Vater um seine Kinder kümmert und die Mutter finanziell unterstützt oder nicht. Leider ist das nicht immer der Fall auch wenn dies selbstverständlich sein müsste und Väter, die sich nicht um ihre Kinder kümmern, hinter Gitter gehören. Ich möchte gerne allen alleinerziehenden Mamis Mut machen. Meine Jungs und ich sind dadurch so eng miteinander verbunden, dass kein Blatt zwischen uns passt. Ich bin jeden Tag so unendlich dankbar dafür, meine beiden geliebten Jungs zu haben. Sie sind mittlerweile 14 und 18 und das Leben mit ihnen macht so viel Spaß. Und das ist für mich die Entschädigung für viele anstrengende Zeiten, die es selbstverständlich auch gab. Wir haben so viel Freude miteinander und ich genieße dieses wunderschöne Zeit.  Jeder kann so viele Freunde mitbringen, wie er möchte und oftmals sind wir plötzlich 10 Personen statt 3 und alle feiern zusammen. Und ich merke immer wieder, je älter die Kinder werden umso entspannter wird es. Das sind doch tolle Aussichten, oder? Ihr seid alle wunderbar und ich ziehe meinen Hut vor allen Müttern dieser Welt, egal ob alleinerziehend oder glücklich verheiratet. Lasst Euch nicht unterkriegen!

Herzliche Grüße

Eure Tini

Anonym


Alleinerziehende Mami – Und das schon ab Beginn der Schwangerschaft! Ich bin 29 Jahre, Zahnmedizinische Fachangestellte und habe eine Wundervolle Tochter (18 Monate). Meine Geschichte begann eigentlich schon vor 6 Jahren. Da traf ich meinen späteren Ehemann das erste Mal. Es fühlte sich alles so unbeschreiblich wundervoll und perfekt an. Nach 2-jähriger Beziehung folgte der Hochzeitsantrag. Im Jahr 2014 dann die atemberaubende Traumhochzeit. Ein tolles erstes Ehejahr ging vorbei mit einem immer stärkeren Wunsch nach einem gemeinsamen Baby. Im Sommer 2015 dann die erlösende Nachricht, wir werden Eltern. Doch was dann folgte, konnte sich keiner vorstellen. Ich stand auf einmal vor dem Scherbenhaufen meiner grad einjährigen Ehe. Ich musste nun den Weg allein bewältigen. Ich hatte keine Wahl. Der eigentliche Traum, mit dem Ehemann von Anfang an alles gemeinsam zu erleben, ob Kontrollen beim Frauenarzt, den Tag, an dem man erfährt, ob Junge oder Mädchen, alle wichtigen Entscheidungen zur Babyanschaffung etc. platzte wie eine Seifenblase. Der ganze Behördenkram mit Elterngeldantrag, Kindergeld etc…. Alles lastete allein auf meinen Schultern. Ich kann mächtig stolz sein, dass ich unbeschreiblich tolle Eltern, einen wundervollen Bruder und Freunde habe, die man sich in so einer Situation nur wünschen kann. Ohne diese tollen Menschen hätte ich nicht weiter gewusst. Die Monate zogen sich anfangs wie Kaugummi, da ja immer noch die Verarbeitung der Trennung von meinem Partner zu verdauen war. Je näher der errechnete Geburtstermin kam, desto mehr erfüllter sich mein Leben und meine bisherige traurige Stimmung wich der unendlichen Liebe, pure Liebe zu meinem ungeborenen Kind. Ich habe mich so sehr auf mein Mädchen gefreut und am Tag der Geburt habe ich alles zusammen mit meiner wundervollen Mutter durchgestanden und werde diesen Tag auch nie vergessen. Meine Tochter kennt ihren Papa trotz Trennung von Geburt an. Er sieht sie 2 x wöchentlich. Glaubt mir, ich würde es immer wieder so handhaben. Tut euern Kindern einen Gefallen und lasst es zu, auch Trennungskindern die Chance zu geben, Bezug zum getrenntlebenden Elternteil aufbauen zu können. Das Baby/Kind kann da rein gar nichts für, was zwischen euch passiert. Und ich wollte nie, dass mir meine Tochter später Vorwürfe macht, dass keine Bindung zwischen ihr und ihrem Papa vorhanden ist. Die ersten Wochen mit Baby sind echt hart gewesen! 24 Std., 7 Tage die Woche allein alles zu meistern ist ein Job, den man glaubt, nie zu bewältigen. Allein die Herausforderung schon am frühen Morgen, wenn man vormittags einen Termin hat und man sehen muss, wie man es hin bekommt, sich und das Baby fertig zu machen. Oder Situationen wie beim Stillen, mal eben auch was zu essen / trinken. Man hat sich teilweise erst gegen Nachmittag in die Klamotten geschmissen, weil irgendwie vorher keine Chance war, dies zu erledigen. Die schlaflosen Nächte in den ersten 3 Monaten. Alles Situationen, vor denen ich groß Angst hatte, ob ich das alles schaffe. Aber mit Hilfe meiner Eltern und Personen, die einem spontan mal für eine Stunde helfen oder das Baby abnehmen, ist Gold wert. Da freut man sich schon auf Kaffee und Dusche allein ohne Unterbrechungen. Ist wie Urlaub! Und auch heute nach 18 Monate bin ich trotz einer wundervollen Tochter und stolze Mama sein froh dass ich von Anfang an auch HILFE angenommen hab und meine Tochter so problemlos zu Oma & Opa , ihrem Papa oder einer Freundin geht. Ich rate jeder Mutter, egal ob allein oder in Partnerschaft, nehmt euch eine Pause (1 Std allein). Ich hatte außerdem große Angst, eine „Übermutter/Helicopter-Mom “ zu werden und wie einen Glucke über das Baby zu schweben und es niemandem anzuvertrauen. Durch die Geburt meiner Tochter bin ich zu einer anderen / entspannteren Person geworden. Hätte mir das jemand vorher gesagt, hätte ich dem keinen Glauben geschenkt. Zwischen Windel, Fläschen, Brei, der sich durch die komplette Küche verteilt und das riesige Sortiment an Spielsachen, die inzwischen mein Wohnzimmer in ein Spielzimmer umdekoriert haben, bereue ich rein gar nicht. Ich gehe voll und ganz auf in der Mutterrolle. Nachdem im Alltags-Leben meiner Tochter und mir so langsam Routine eingekehrt ist, folgte der nächste Behörden—Kampf, sei es Unterhaltsstreitigkeiten oder Namensänderungen. Auch diesen Kampf habe ich überstanden und zu meinen Gunsten erfolgreich bewältigt. Es ist nun alles geklärt und sollte in der Zukunft keine Streitigkeiten hervorrufen. Ich wollte einfach KLARE Verhältnisse! Seit die Kleine 14 Monate alt ist, bin ich auch wieder im Berufsleben zurück. Mir tun die Auszeiten total gut, ich bin noch ausgeglichener und man fühlt sich auch wieder etwas wie die Person, die man war, bevor man Mama geworden ist. Immerhin bin ich nach wie vor eine Person die gerne mit Menschen arbeitet und ich bin absolut kein Mensch, der allein glücklich ist. Ich brauche Action und Bewegung und könnte nie Zuhause in meinen 4 Wänden einsam versauern und glücklich sein. Es gibt Tage, wo man kurz vor dem Kollaps steht, man denkt, dem Ganzen nicht mehr gewachsen zu sein und man mit sich und seinem Leben unzufrieden ist. Auch ich musste lernen, nicht zu selbstkritisch zu sein sondern auf das, was man hat stolz zu sein. Man muss sich einfach vor Augen halten – „ HEY, du bist Mama. Das von Anfang an allein. Ohne Vorwarnung und Einfluss musstest du dich damit abfinden, weil das Schicksal meinte, dir einen anderen Weg vorzugeben. Du bist stark und toll, so wie du bist. Dein Kind liebt dich und ist glücklich uns gesund. Das ist es was zählt und wer weiß, wie vielleicht schon bald die Zukunft für dich aussieht!“ Abschließend kann ich nur sagen, dass ich so wie es jetzt ist: 29 Jahre, geschieden und alleinerziehend, glücklich geworden bin und meinen Weg allein gefunden habe und mich auf die Zukunft mit meiner Tochter freue.

Janina ( nocke_ )


Ich finde diesen negativ behafteten Ausdruck „Alleinerziehend“ nach wie vor schrecklich. Viele ziehen voreilige Schlüsse oder schauen einen an als wäre das Leben vorbei, und jeder hat Mitleid. Und genau das wollte ich nicht, ich wollte nicht so angeguckt werden, ich wollte kein Mitleid, aus dem Grund hab ich es lange für mich behalten und wollte es ohne Hilfe schaffen. Mir selbst beweisen, dass ich stark genug bin, und alles unter einen Hut bekomme. Denn schließlich kann man sich am besten auf sich selbst verlassen. Loslassen und Abgeben sind hier die Stichworte. Im Leben vor meinen Mädchen schon schwer genug. Aber ich musste mir eingestehen das es so nicht funktionierte. Ich musste Geld verdienen, das Mädchen früher in den Kindergarten geben und damit klar kommen das fremde Menschen mein Kind erziehen. Der wohl schwerste Gang für mich war, es „öffentlich „ zu machen und meine Steuerklasse zu ändern. Ich fühlte mich schlecht, klein, unwohl und als würde ich Almosen bekommen ….kurz gesagt ich hab mich geschämt. Im Nachhinein totaler Blödsinn und ich kann heute darüber schmunzeln. Ich hatte ein total verzerrtes Bild von der Frau die ich war. Ich bin in einer heilen Welt mit Mama und Papa aufgewachsen und habe die Schuld am Anfang auf meine Schultern geladen, dass ich es vermasselt hab. Ich weiß jetzt das es nicht so war, denn da gehören immer 2 dazu. Es war nur sehr schwer mein Ich und mein Selbstbewusstsein wieder zu finden. Heute ist es wieder da und ich bin in der Zeit erwachsen geworden. Ich weiß ich muss mich für nichts schämen oder mit gesenktem Kopf durch die Welt gehen. Es ist gut so wie es ist und ich bin einfach nur dankbar für die Menschen die mir geholfen haben mich wieder zu finden und mich stark gemacht haben. Trotz alle dem ist aller Anfang schwer und es hat seine Zeit gedauert bis wir ein eingespieltes Team waren .. es ist natürlich einfacher wenn einen die Kinder schon verstehen, aber mit einem Jahr konnte ich sie nicht ins Wohnzimmer setzen und sagen: „ Warte mal kurz Mama ist gleich fertig „ ! Das brauchte schon ein bisschen mehr Organisation. Also musste ich den Wecker nochmal früher stellen und alles erledigen, bevor man das Kind weckt oder eher gesagt es von alleine aufwacht und bespaßt werden möchte. Ich habe gelernt mich mit Baby auf dem Arm und nur einer Hand zu schminken, habe abends Kleidung für mich und mein Mädchen rausgelegt, meine Tasche schon gepackt, vorgekocht, die Kitasachen gepackt und und und …. Ich hatte wirklich Glück dass meine Eltern bei mir um die Ecke wohnen, besser hätte es nicht sein können. Doch jeglicher Stress hat sich gelohnt, mittlerweile kennt meine Tochter die Abläufe und macht super mit. Es gibt selten Tage wo sie den Terrorzwerg raushängen lässt. Wir putzen zusammen Zähne, ziehen uns zusammen an, packen zusammen meine Tasche und haben sogar manchmal noch Zeit zum Spielen. Ich bin dankbar für meine Tochter und diese tolle Lebensaufgabe, ob nun mit oder ohne Partner/Papa. Denn ist es nicht egal ob „alleinerziehend“ oder nicht? Hauptsache das Kind ist glücklich?

Michelle ( lovelynature.de )


Es war ein Mittwoch im Oktober, als ich meinem Mann sagte, dass ich mich von ihm trennen möchte. Diese Entscheidung war einer der schwersten in meinem Leben aber ich wollte mit ihm einfach nicht weiterleben. Es ging nicht mehr. Mein Sohn Finn war damals 2,5 Jahre. Ich hatte Existenzängste und schlaflose Nächte. Zu diesem Zeitpunkt war ich Hausfrau und Mutter ich habe zwar nebenher im Direktvertrieb gearbeitet, doch dies war keine sichere Arbeitsstelle sondern auf selbständiger Basis. Ja ich hatte Angst aber ich wollte nicht das Finn mit einer unglücklichen Mutter aufwächst. Und so ging ich diesen Schritt. Dann war ich das was ich nie sein wollte ALLEINERZIEHEND. Nur ich und mein Kind. Doch in dieser Zeit sind wir unglaublich zusammengewachsen. Es war keine einfache Zeit. Ich musste jeden Cent umdrehen und konnte mir vieles nicht leisten. Doch tief in mir spürte ich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Denn trotz der Sorgen die ich mir um unsere Zukunft machte, wurde ich jeden Tag etwas glücklicher. Ich fühlte mich frei und erleichtert. Ich denke wenn man spürt, dass es vorbei ist, dann muss man es akzeptieren und nach vorne schauen. Und wenn du nichts suchst, dann findest du alles. So fand ich Olli, in einer Fußballkneipe. Das komplette Gegenteil von meinem Ex-Mann und so perfekt für mich. Heute nach 6 Jahren sind wir immer noch sehr glücklich miteinander und Finn hat jetzt 2 Männer in seinem Leben die Ihn beide lieben. Der eine ist sein Papa, zu dem ich mittlerweile wieder ein super Verhältnis habe und der andere ist eben Olli, der ihn behandelt wie sein Sohn. Heute bin ich sehr dankbar für meine Entscheidung und das ich damals auf meinen Bauch gehört habe.

Ich bin Vanessa, 33 Jahre alt und seit dem 17.06.2015 glückliche Mama von meiner Tochter, Lia Paulin. Sie ist mein größtes Geschenk, denn sie kam an meinem jetzt unserem Geburtstag zur Welt. Wir leben gemeinsam mit ihrem Papa in der Nähe von Düsseldorf. Bei uns herrscht der ganz normale „Mumsinn“, zwischen unendlicher Liebe für meine Tochter & der immer mal wieder aufkehrenden Erschöpfung. Mamasein, eine wunderschöne Lebensaufgabe, wo ich niemals gedacht hätte, dass sie so schön und zugleich so kraftraubend sein kann. Daher hat der Mix aus Neugier & Freude am Ausstausch mit anderen Mamas, mich dazu gebracht, gemeinsam mit Mona, Teresa & Melli, bei „Mamarazzi“ mitzuwirken. Für mich ist das Schreiben über alltägliche Situationen ein Ausgleich um Unsicherheiten und Ängste zu verarbeiten und gleichzeitig, die doch immer überwiegenden Herzmomente und Erfahrungen festzuhalten und mit euch zu teilen. Ich freue mich und bin ganz gespannt mit euch auf diese neue Reise gehen zu dürfen.