Irgendwann nach dem Wochenbett kommt auch die Lust auf Sex zurück. Und auch wenn die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist, will frau selbst bestimmen, wann sie wieder schwanger wird. Um eine erneute Schwangerschaft kurz nach der Geburt auszuschließen, möchten viele Paare erst einmal wieder verhüten. Was also tun: Wieder die Pille nehmen? Den Zyklus verflogen? Die Temperatur messen? Wir haben vier Mamis zum Thema „Verhütung nach dem Baby“ zu Wort kommen lassen.

Katharina:

Gibt es beim Thema Verhütung eigentlich auch Klischees oder Kategorien wie beim Sex mit Socken, Kuschelsex, Sex des Jahrtausends? Fantasievoll, fantastisch, fanatisch, verrückt, langweilig, romantisch, praktisch? Ist auch egal, war nur die erste Frage, die ich mir gestellt habe, als die 4 süßen Mamarazzi Mädels angefragt haben… Was ich aber mit Sicherheit weiß ist, dass ich das Wort Verhütung extrem blöd finde. Spielt hier aber auch keine Rolle. Eigentlich soll ich ja eher darüber erzählen, wie es bei mir war, beziehungsweise ist. Mit der Verhütung. Tolles Wort. Ich war 15 oder 16, hatte Pickel, Sex war noch nicht so Thema Nummer eins und meine Mutter ging mit mir zum Frauenarzt. Und dann bekommt ein Teenager mit Pickeln die Pille, ist klar. Müsste man also eine Kategorie wählen, wäre es eher „Kategorie langweilig“ statt „Kategorie fantasievoll“, würde ich sagen. Die liebe Pille blieb mir dann bis zum Jahreswechsel 2013/14 erhalten. Also ganze 13/14 Jahre lang. Zusammengezählt ergibt das knapp 5.000 kleine Pillen. Zu dem Zeitpunkt war ich 28 Jahre alt und bereits anderthalb Jahre verheiratet. Immer noch langweilig gespickt mit Zahlen, Zahlen, Zahlen. Ihr Armen. Aber es wird jetzt romantisch, denn: Wir wollten ein Baby. Also weg mit der Packung mit den kleinen runden Dingern. Wir waren nicht mehr auf der Hut. Ich muss allerdings gestehen, dass das komisch war. Hatten wir doch eine lange {Liebes-}Beziehung, die verschiedenen Pillen-Sorten und ich. Nachdem ich also über ein Jahrzehnt Hormone in mich reingepumpt habe, dachten wir, es würde lange dauern, bis sich unser Wunsch erfüllen wird. Doch meistens kommt es anders, als man denkt. Vier Monate später hielt ich schon voller Glück und Stolz einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Fantastisch. Im Januar 2015 kam unser erstes großes Glück zur Welt und es war von Sekunde eins an klar: Ein Geschwisterchen soll her und das nicht erst in ein paar Jahren, sondern recht schnell. Verrückt. Stillen als Verhütung. Fanatisch, wie man hört. War uns ja aber auch egal, denn klar war: Verhütet wird einfach nicht und wir nehmen, wie und was kommt. „Was“ kam dann recht schnell: Meine Regel blieb bis zum Ende der Stillzeit im August aus. Ende November, Theodor war 10 Monate alt, hielt ich dann wieder einen positiven Test in der Hand und im August 2016 erblickte unser zweites Wunder namens Ludwig das Licht der Welt. Mir war nun klar, jetzt ist Schluss mit lustig. Zurück zum Anfang. Meinem Lieblingswort – der Verhütung. Aber bitte nicht mit der Pille. Mit der war und bin ich durch. Ich habe nun einen neuen Mitbewohner der etwas anderen Art: eine Hormonspirale. Die hält nun fünf Jahre und ich bin aller Sorgen ledig und sehr zufrieden. Praktisch. Simple as that.

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Diana:
15 Jahre. 15 Jahre hatte ich eine strahlend schöne Haut, volles und glänzendes Haar und ich musste mir keinerlei Gedanken um weitere Verhütungsmethoden machen. 15 Jahre habe ich die Anti-Baby-Pille genommen und bis zu unserem Kinderwunsch war es für mich persönlich die beste Verhütung. Zugegeben habe ich sie das ein oder andere Mal vergessen, aber davon abgesehen gab es für mich keine Nachteile. Nach Absetzen der Pille sah ich wieder aus wie ein pubertierendes Mädchen und meine Monatsblutung wurde sehr viel schmerzhafter und länger. Das nahm ich natürlich alles sehr gerne in Kauf und trotzdem machte es mich nachdenklich. 6 Monate dauerte es, bis ich schwanger wurde. Das ist keine sehr lange Zeit und trotzdem nahm ich eine große Änderung meines Körpers wahr. Ich wollte kein Durcheinander mehr mit meinem Hormonhaushalt anstellen und natürlich nicht noch einmal „so lange“ warten, bis mein Körper wieder ein Kind empfangen kann. Ich war noch vor der Geburt meiner Tochter sicher, dass ich – solange unser Kinderwunsch besteht – nicht mehr hormonell verhüten möchte und werde. Nach Absprache mit meinem Frauenarzt war schnell klar, dass mein Mann und ich nach der Geburt von Lia Kondome nutzen werden. Es war sehr aufregend, als wir im Supermarkt standen und die Packung gefühlsechte Kondome auf das Band zum Bezahlen legten. Natürlich irgendwie versteckt zwischen Käse und Toilettenpapier, in der Hoffnung, dass es weder die Verkäuferin noch die ältere Dame hinter uns bemerken würde. Wir sind den Blicken ausgewichen, weshalb wir nicht wissen, ob es nun jemand wahrgenommen hat. Aber dieser Nervenkitzel erinnerte uns an die Zeit damals als wir 19 waren. Der Beginn unserer Beziehung. 12 Jahre später – alles andere als eine junge Beziehung – waren wir quasi wieder am selben Punkt angelangt. Um eine Tochter reicher und mit den Erfahrungen der letzten Jahre mag man meinen, dass wir viel gelassener sind. Aber diese kleine quadratische Packung machte uns wieder zu aufgeregten, nervösen und kichernden Teenies. Herrlich.

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Queen:
„Integriert Kondome spielerisch in den Akt. Dann macht Verhütung auch Spaß.“ So in etwa hat das Doktor Sommer-Team schon damals in der Bravo empfohlen. Und ich hatte bereits als Jugendliche gut Lust, dem Team zu schreiben und spaßige Spielvorschläge zu erfragen. Denn mal ganz ehrlich: Kondome sind ein wichtiges, aber extrem blödes Übel. Wie bitte spielt man damit? „Ene-mene-meck, und du-bist-weg!“ – Zack, den Dödel in der Gummimütze verstecken und das dann spaßig finden? Mir fehlt da echt ein gewaltiges Maß an Kreativität. Aber ich greife eh vor…
Ich hab’s jahrelang mit der Pille probiert. Nach zwei Überraschungs-Töchtern haben wir dann beschlossen, dass die Pille und ich scheinbar nicht ganz sooo kompatibel sind. Hab mir dann nach der zweiten Geburt die Hormonspirale legen lassen. Voll gut. Viereinhalb Jahre hatte ich keine Periode, keine Nebenwirkungen, nichts. Außer eine Frauenarzt-Flatrate, weil ich ständig zum Kürzen des Rückholfadens musste. „Queen, der Faden piekst mich immer noch.“ Bis mein Mann endlich zufrieden war, war der Faden dann so kurz, dass die Spirale nach knapp fünf Jahren nicht mehr rausgezogen werden konnte. Also erfolgte eine Ausschabung unter Vollnarkose. Ich wies die Ärzte an, mir dabei direkt die neue zu legen. Leider ging das voll schief. Die neue hing im wund geschabten Gebärmutterhals und knallte mir die Hormone so dermaßen in die Blutbahn, dass ich vor Kopfschmerzen von der nächsten Brücke springen wollte. Sie wurde keine 24 Stunden später wieder entfernt.
Dann hab‘ ich’s mit dem NuvaRing probiert. Im Grunde ein tolles Teil, wenn ich beim Sex nicht immer gedacht hätte: „Er fühlt den jetzt. Wie bescheuert. Ich lieg hier doof in der Gegend rum und hab einen Plastikring irgendwo in mir rumtrudeln.“ Liebestöter 2.0! Laut Packungsbeilage kann man den Ring allerdings für ein bis zwei Stunden, also während des Akts, rausnehmen. Doof nur, wenn du direkt danach einschläfst und morgens das Ding auf deinem Nachtschränkchen findest. Und einschlafen kann ich danach voll gut. Bin da eher so der Macho: Fertig, danke, umdrehen, pennen.
NuvaRing war also auch nix. Da unsere Familienplanung aber eh abgeschlossen war, entschlossen wir uns zur Sterilisation. Nach der man dann erstmal wochenlang, bis zur finalen Sperma-Überprüfung, Kondome nutzen muss. Ich fühlte mich schlagartig in meine Jugend zurückversetzt und schrieb im Kopf Briefe an das Doktor Sommer-Team, um spaßige Spielideen zu erfragen. Denn ehrlich, mehr als „Ene-mene-meck, und du-bist-weg!“ fiel mir auch zum aktuellen Zeitpunkt, 15 Jahre später, beim besten Willen nicht ein.

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Denise:

Die Verhütung. Ein so kleines Wort, allerdings mit einer weitreichenden Bedeutung. Als Vanessa mich fragte ob ich einen Artikel darüber schreiben möchte war sofort klar, ich mache das. Steht bei uns doch in naher Zukunft eine Änderung an. Welche das sein wird? Ich erzähle es Euch…

Ich nehme die Pille seit meinem 16. Lebensjahr, aber glücklich darüber bin ich nicht. In diesem Alter macht man sich nicht wirklich Gedanken über mögliche Auswirkungen, hauptsache man wird nicht schwanger. Die größte Hürde in dieser Zeit ist regelmäßig daran zu denken… Je älter ich wurde, desto häufiger bekam ich Kopfschmerzen. Am Anfang alle paar Tage, mit der Zeit fast täglich. Ich sah den Zusammenhang nicht. Wieso auch? In erster Linie sind es ja die Verspannungen oder der Stress. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen als ich versuchte mit Kind Nummer zwei schwanger zu werden. Mir ging es von Tag zu Tag besser, die Kopfschmerzen wurden weniger und verschwanden nach einiger Zeit komplett. Ein Lebensgefühl, dass ich so nicht mehr kannte. Für meinen Mann und mich stand direkt fest, die Pille ist keine Option mehr für uns. Aber ehrlich gesagt hatten wir uns keine weiteren Gedanken darüber gemacht. Die Kugel wuchs, Lani kam zur Welt und ich stand vor der Frage: Was nun?
Die Geburt verlief leider anders als geplant. Ich hatte einige Stunden nach dem Kaiserschnitt schwere Komplikationen und wurde für mehrere Stunden notoperiert. Als ich wieder aufwachte teilte man mir mit, dass ich zwar noch schwanger werden kann, es aber nie wieder werden darf. Ein drittes Kind würde mich höchstwahrscheinich mein Leben kosten. Das saß! Nicht dass ich unbedingt noch ein drittes Kind wollte, die Option genommen zu bekommen ist dann doch etwas anderes. Lani ist mittlerweile 18 Monate und ich nehme aktuell wieder die Pille. Nicht weil ich vergessen habe wie ich mich all die Jahre vorher gequält habe, sondern aus einem ganz einfachen Grund. Für mich gibt es nur einen Weg: ich werde mir die Eileiter ziehen lassen. Nicht durchtrennen, denn die Möglichkeit dass sie wieder zusammenwachsen besteht. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar gering, aber was wäre wenn ich dann doch wieder schwanger werden würde? Abtreiben käme für mich NIEMALS in Frage! Mein Leben riskieren aber auch nicht. Ja, ich habe Angst davor. Große Angst. Und mit jedem Monat der vergeht rückt das für mich Unvermeidliche näher. Nächstes Jahr im Frühjahr habe ich es geplant. Dann ist Lani etwas älter…. Und ich hoffentlich wieder kopfwehfrei.

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Hallo, ich bin Melli, an meiner Seite sind der kleine Louis und mein Mann Björn. Bevor ich Mama wurde, habe ich Modejournalismus studiert und arbeitete anschließend in einer Promi-Redaktion. Gab es zu der Zeit für mich nichts Spannenderes als: „Welches Kleid trägt XY zu den Oscars“ und „Hat Promi ZZ tatsächlich eine Affäre“, interessiere ich mich heute brennend dafür, wann unser kleiner Mann seine ersten Schritte macht und ob Pampers Baby Dry Night wirklich länger trocken halten?! Louis ist eindeutig der Star in unserem Haushalt und wie es sich für eine richtige Diva gehört, hat er sich Zeit gelassen, in unser Leben zu treten. Erst, als ich schon daran zweifelte, dass bei uns alles auf natürlichem Wege laufen würde, passierte „es“ in einer feucht-fröhlichen Nacht. Und so begann die aufregendste Reise meines Lebens… Jetzt ist der kleine Keks schon ein Kleinkind und hat unser Leben bereits ordentlich auf den Kopf gestellt.