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Mami-Talk: Sex nach dem Baby

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Sex nach dem Baby – ein spannendes Thema. Das finden wir auch und wollten es daher unbedingt im Mami-Talk aufgreifen. Was uns im Vorfeld allerdings nicht bewusst war – auf wie viele Absagen wir bei der Suche nach passenden Autoren, die an diesem Beitrag mitwirken sollten, stoßen würden. Daran sieht man, wie sensibel das Thema in der Gesellschaft noch behandelt wird. Vielen war dieser intime Einblick unangenehm. Selbstverständlich haben wir das akzeptiert und respektiert. Gar keine Frage. Umso mehr freuen wir uns auf die Erfahrungen dieser vier wunderbaren und mutigen Frauen: Let`s talk about Sex…!

Teresa von Mamarazzi:

Merkwürdig, oder? In einer Gesellschaftt, die täglich und ständig durch die Medien mit Sex konfroniert wird, die keine sexuellen Barrieren mehr kennt, in der die Homosexualität so normal geworden ist, dass sich jede Frau einen schwulen besten Freund wünscht, in der Bisexualität zum Trend ausgerufen wird, in der wir Sexspielzeug in Form eines Advendskalenders bestellen können… wie kann es da sein, dass wir uns vor einem Thema wie „Sex nach dem Baby“ fürchten und nicht darüber reden können? Es ist doch allen klar, dass die süßen kleinen Babys nicht vom Storch gebracht werden. Und ganz sicher werde ich meinen Kindern später nicht das Märchen vom Bienchen und der Blüte erzählen. Nein. Sexualität ist was ganz normales und vor allem – natürliches. Ich persönlich konnte es kaum abwarten, nach der Geburt wieder loszulegen. Ich hatte einen Kaiserschnitt, deswegen hatten wir eine zweimonatige Zwangspause. Sobald das „Go“ von der Frauenärztin kam, haben wir uns sofort in das Geschehen gestürzt. Mir ist Sex sehr wichtig. Und mir war es einfach unglaublich wichtig, dass wir uns aufgrund eines Kindes nicht einschränken müssen. Und ganz ehrlich – ich hatte es einfach so sehr vermisst wieder unkomplizierten, „ohne-den-dicken-Bauch im Weg“ Sex haben zu können und in den Augen meines Mannes nicht mehr nur noch „die Mama“ zu sein. Naja, und nach dem Baby ist vor dem Sex, und nach dem Sex ist vor dem Baby. Im Mai erwarten wir Baby Nummer 2.

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Lori von Mumlife:

Liebe, Sex und Zärtlichkeit. Ich habe drei Kinder. Drei Geburten, drei Schwangerschaften und ich hatte drei Mal Sex mit Folgen. Wunderbare Folgen, denn die Brut meiner Lenden macht mich unfassbar stolz. Stolz auf das, was mein Körper da vollbracht hat. Jetzt sind die Kinder da und ich darf mich neu kennenlernen. Meinen Körper, den ich mag, der Großartiges kann. Aber mal zur ganzen Wahrheit… Mein Busen ist um einige Zentimeter nach unten gesackt und mein Bauch ist, dank einem guten Polster, gut gewappnet für die kalte Jahreszeit. Zum Glück kann ich mich in einigen Lagen Klamotten verstecken und mir vornehmen, die letzten noch an mir haftenden Kilos an Silvester mitsamt meinen guten Vorsätzen für den Sommer 2017 loszuwerden. Der Plan ist also gemacht. Seht ihr was hier zur Sekunde passiert? Ich schweife ab. Ich vertusche und hoffe, dass es keiner merkt. Allen voran mein Mann nicht. Nachts mache ich schnell das Licht aus, springe unter die Decke und bin froh über seine Sehstörung. Schaut er mich an, blind wie ein Maulwurf, kann ich mich entspannen und hoffe, dass er sie nicht sieht. Die Streifen, die Pfunde, meine Scham. Aber auf Sex zu verzichten, weil ich meinen Körper nicht so optimal finde? NIEMALS. Sex ist für mich ein wichtiger Baustein in einer Beziehung. Körper, Geist und Seele. Drei Säulen, auf die ich in meiner Beziehung nicht verzichten möchte. Nach der ersten Geburt, nach der zweiten, oder auch nach der dritten musste ich mich in meiner Rolle als Frau erstmal wiederfinden. Viel zu groß ist die Rolle der Mutter, die einen von der ersten an Sekunde einnimmt. Sie ist zugleich auch mein Schutzmantel. Vor allem dann, wenn man sich körperlich dabei so stark verändert. 40 kg, 26 kg und noch mal 26 kg, sind kein Pappenstiel und lösen sich bei mir auch nicht einfach so in Luft auf. Aber ich liebe meinen nicht ganz perfekten Körper. Ich mag ihn nicht immer gern anschauen und verteufle die Beleuchtung in Umkleidekabinen, aber tief in meinem Herzen bin ich dankbar. Wer sich selber lieben kann, kann auch geliebt werden, sagt man das nicht so?! Mein Mann versteht mich, ich verstehe ihn und wir verstehen uns als Paar. Körperlich, geistig und seelisch.

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Jennifer von Brummkreisel.blogspot

Let’s talk about sex, baby….
Ob es mit dem einfachen -drüber Reden- getan ist? Der Akt an sich, ist doch das was wir wollen! Nachdem man ein Baby bekommen hat, ist oft sowohl das Eine, noch das Andere nicht möglich. Schließlich ist eine Geburt, ein ziemlich einschneidendes Erlebnis! Man fühlt sich auf der einen Seite unheimlich rein, ja fast schon ein wenig heilig, weil man mit diesem Körper grade einem Kind das Leben geschenkt hat. Wie könnte man den selben Körper, da für so etwas schmutziges wie Sex benutzen? Wie könnte man auch nur daran denken? Auch deine Brüste gehören plötzlich nicht mehr dir. Und schon gar nicht sind sie dazu da, deinen Partner um den Verstand zu bringen. Sie gehören diesem kleinen Vampir in deinem Arm. Mal ganz davon abgesehen, dass sie erst so empfindlich wie Schneckenfühler und dann so abgehärtet wie Formel1 Reifen.Dies alles, muss man erstmal fassen können. Auf der anderen Seite fühlt man sich verletzt und schmutzig. Nach meiner ersten Geburt habe ich bestimmt 1 Jahr gebraucht, bis ich mich selbst wieder anfassen konnte. Und ich meine nicht auf Toilette oder beim duschen, sondern ich rede von Masturbation. An Sex war damals überhaupt nicht zu denken. Ich hab mich so kaputt gefühlt, so offen… Ich meine da ist ein Baby raus gekommen und das im Zusammenhang mit sehr viel Blut. Möchte ich wirklich, dass mein Mann darin rumstochert? Was ist wenn ich mich verändert habe, oder wohl möglich nicht mehr funktioniere? Also vielleicht ist drüber reden, doch keine  so schlecht Idee. Und dann kann man ja immer noch machen!

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Mona von Mamarazzi:

Heute geht es um Sex. Ja richtig, wir sprechen das Thema an. Oder sagen wir besser kein Sex nach der Geburt! Eine schwierige Materie worüber alle still schweigen, es letztendlich aber doch alle tun, früher oder später. Immerhin werden viele Frauen ja auch wieder schwanger nach dem ersten Kind. Wir sind manchmal so mit unsere Elternrolle beschäftigt, dass Liebe, Zärtlichkeiten und Sex oft auf der Strecke bleiben. Am Anfang hatte ich einfach zu große Angst davor, dass meine Geburtsverletzungen nicht richtig verheilt sein könnten! Aber wie sagt man so schön, Zeit heilt alle Wunden. In den ersten Monaten kämpfte ich mit Dauererschöpfung und alles drehte sich ums Baby. Da war an Sex nicht zu denken. Zeit heißt jetzt das Dilemma! Wann? Abends? Sind wir beide so todmüde, dass wir ins Bett fallen. Morgens? Wird der Kleine noch vor uns wach und das meist in unserem Bett. Mittagsschlaf? Fehlanzeige, gibt es hier so gut wie gar nicht mehr. Oder mitten in der Nacht den Wecker stellen? Blödsinn! Bleibt nur noch die spontane Nummer. Sex auf Knopfdruck ist aber auch nicht immer das Wahre. Unser Sex Rhythmus steht total auf dem Kopf. Deshalb gibt es hier jetzt wohl oder übel auch mal Sex Dates. Wo Lust ist, ist auch ein Weg!

Photocredit: Jennifer 🙂

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