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Mami-Talk: Mein Geburtsbericht! Wie meine Tochter unbedingt am errechneten Termin geboren werden wollte

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Lia sollte am 03.11.2015 laut Berechnung meines Frauenarztes zur Welt kommen. Oh, welch heiliges Datum.

Drei Tage vor dem errechneten Geburtstermin – an einem Samstagmorgen, den 31.10.2015 um 05.30h – begannen die Wehen. Noch total unregelmäßig und sehr gut ausshaltbar, aber es waren eindeutig Wehen. Es würde scheinbar ein Halloweenbaby werden – wie schön! Es ging also los. Ich verbrachte den Tag mit meinem Mann zu Hause, wir gingen spazieren und in die Badewanne und abends schauten wir sogar noch die ‚Adams Family‘ (merkwürdiger Film). Allerdings nicht gemütlich kuschelnd auf der Couch, sondern leicht stöhnend und schaukelnd im Stehen. An Schlafen war nicht mehr zu denken, denn ab 23 Uhr hatte ich bereits eine Stunde lang alle 5 Minuten Wehen. Es wurde also ernst… Um 0.00 Uhr entschieden wir uns, in das 15-minütig entfernte Krankenhaus zu fahren.

Um 00.30 Uhr lag ich am CTG, das sehr vielversprechend aussah und die Hebamme und ein behandelnder Arzt begrüßten uns mit den Worten, dass wir wohl bald unser Baby in den Armen halten würden. Oh mein Gott, dass war  ja so aufregend… die Hebamme wollte sich noch schnell vergewissern, dass der Muttermund dasselbe aussagt, wie das CTG und dann könnte es ja bald in die heiße Phase gehen.

Die Hebamme schaute also… und schaute nochmal… sie holte eine Kollegin, die auch nochmal draufschauen sollte… sie berieten sich kurz und scheinen einer Meinung zu sein… tja, denn dann kam die knallharte Ernüchterung. Der Muttermund ist bei 0 cm. Der Gebärmutterhals war noch nicht mal verkürzt, geschweige denn weich. Uff! Und nun? Wir sollten wieder nach Hause fahren und in bekannter und schöner Atmosphäre warten, ob sich was tut und ansonsten nochmal um 06.00 Uhr zum zweiten CTG kommen, denn eigentlich sah doch alles schon nach einer baldigen Geburt aus. Okeee, dann würde  es also ein Baby werden, das am 1.11. geboren wird – das ist auch ein schönes Datum.

Zu Hause ging es mit heftigen Wehen weiter und als „schön“ konnte ich diese Atmosphäre nicht mehr wahrnehmen, aber nun gut. Durchhalten und atmen, atmen, atmen ist angesagt. Gegen 05.30 Uhr machten wir uns das zweite Mal auf den Weg zum Krankenhaus und ich hatte bereits 24 Stunden Wehen. Auch das zweite CTG wies top Wehen auf und ich war sicher, dass der Muttermund fleißig gearbeitet hatte. Bei diesen Schmerzen muss sich was getan haben… die Hebamme und der Arzt untersuchten mich, tauschten Blicke und sahen uns etwas mitleidig an, denn obwohl die Kontraktionen eine andere Sprache sprachen, hatte sich zu dem Befund von morgens nichts geändert. Der Muttermund war nach wie vor bombenfest. Ähhhhmmm, what?

Wir fuhren also wieder nach Hause und sollten noch etwas schlafen! Höhööö….

Ich weiß nicht, wie ich die Kraft aufbringen konnte, aber wir haben tatsächlich den ganzen Sonntag zu Hause verbracht und alle 5 Minuten Wehen wegatmet. Auf einem Petziball, in der Hocke, im Stehen, in der Badewanne und wieder auf dem Petziball usw. Wir kochten am frühen Abend Spaghetti aglio olio (die arme Hebamme) und aßen also die letzte Mahlzeit zu zweit, denn mittlerweile waren die Wehen so so so schmerzhaft, dass wir unser kleines Mädchen wohl bald kriegen würden. Mal wieder fuhren wir zum Krankenhaus (oh wie ich den Weg mittlerweile verfluchte), mal wieder hatte ich ein super CTG und mal wieder war der Muttermund dicht, dichter am dichtesten. Sollte ich jetzt eigentlich mal heulen oder mich zusammenreißen? Die behandelnde Hebamme schien genau das zu merken und bot uns an, am Krankenhaus zu bleiben, zu spazieren und in zwei Stunden nochmal zu kommen. Gesagt, getan. Wir hingen nach zwei Stunden mal wieder am CTG und 30 Minuten nach der Untersuchung waren wir mal wieder auf dem Heimweg. Wie Kinder auf die Welt kommen, konnte ich mir an diesem Punkt nicht mehr erklären und wie ich meine Tochter jemals auf die Welt bringen soll, war mir ein noch viel größeres Rätsel.

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Eine Badewannesession und aber tausende Wehen später, war es der 2.11 (auch ein sehr schönes Datum, um ein Baby zu kriegen – 1 und 1 ergibt 2) um 07.30 morgens und wir entschieden ins Krankenhaus zu fahren und dieses nicht mehr ohne Baby zu verlassen. Ärzte und Hebammen hätten alles empfehlen können, aber ich würde kein weiteres Mal nach Hause gefahren. Auf gar keinen Fall.

Zumindest war dieses Mal der Muttermund bei der Untersuchung weich und der Gebärmutterhals vollständig verkürzt, aber es war noch immer ein langer, langer Weg – um genau zu sein noch ganze 10cm. Zehn – ich wiederhole: Z E H N!

Ich entschied mich daher zu einer Verschnaufpause und wollte eine PDA und plötzlich war ich im siebten Himmel. Mein Mann und ich konnten uns 3 Stunden erholen, bis die nächste Untersuchung eines Arztes um 17 Uhr anstand. Ergebnis: 1 cm – wohoooo! Da meine Fruchtblase bis dahin auch noch nicht geplatzt war, gab uns der Arzt noch genau eine Stunde Zeit, um dann einen Geburtsstopp zu diagnostizieren und mich auf einen Kaiserschnitt vorzubereiten. Boom – das saß! Nicht nur bei mir. Offensichtlich entschied sich nun meine Tochter etwas auf’s Gas zu drücken, denn meine Fruchtblase platzte und innerhalb der nächsten Stunde öffnete sich der Muttermund auf 4 cm. Gut. Sehr gut. Um 21 Uhr waren wir tatsächlich bei 10 cm. Ein lang ersehntes Wunder ist eingetreten. Um 22 Uhr begannen die Presswehen und ich konnte es nicht glauben, aber es ging nun wirklich los. Die PDA nahm man mir wieder weg, so dass ich die Presswehen ausreichend spüren konnte. Ich presste also wie ein Weltmeister, denn ich hatte wieder Kraft wie eine Bärin. Aber nach 1 Stunde tat sich nichts…. echt jetzt?

Die erste Ärztin betrat den Kreißsaal und half etwas nach, indem sie sich auf meinen Bauch schwang und kräftig nach unten drückte, während die Hebamme Anweisungen gab. Irgendwie passierte nichts – oh Mann. Vielleicht konnte ja die Oberärztin was tun. Sie versuchte es ebenfalls mit der Kristeller-Methode, aber es passierte immernoch nichts.

Das ganze Getuschel nahm ich nur schemenhaft wahr, denn ich war so im Geburtsmodus, dass ich nur auf Anweisungen reagierte und sonst nichts mehr mitbekam. Das hektische Gewusel ging somit voll an mir vorbei, denn ich musste mich jetzt darauf konzentrieren, Presswehen wegzuatmen und nicht zu pressen. Warum eigentlich? Ich weiß es nicht genau, aber ich tat es einfach. Tür auf, Tür zu, Gequassel, lautes Geschepper, auf einmal sieht es anders im Kreisßsaal aus. „Frau S., wir helfen nun mit der Saugglocke nach. Bitte pressen Sie, wenn eine Wehe kommt!“ Gut, das war eine eindeutige Anweisung! Die Wehen kamen also und ich presste wieder. Und presste. Und presste. Und noch ein letzte Wehe und ich hatte auf einmal mein Mädchen auf der Brust liegen. Unglaublich. Ich hatte meine Tochter geboren und da lag sie nun. Auf meiner Brust. Haut auf Haut. Nach 68 Stunden. Geboren am 3.11 um 0.09 Uhr – ihrem errechneten Geburtstermin. Als wollte sie auf keinen Fall früher kommen.

Geburtsbericht von Diana – hier findet ihr sie auf Instagram

 

 

 

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