„Ich habe geschlafen, wie ein Baby!“, sagt man, wenn man einen besonders festen, tiefen, langen und erholsamen Schlaf hatte. Mit „man“ können aber nur „Nicht-Eltern“ gemeint sein, denn die oben genannten Begriffe, treffen nur in den seltensten Fällen, auf die Nächte mit Babies zu. Wir haben für euch Erfahrungen von verschiedenen Mamas gesammelt, auf geht´s in die nächste Runde Mami-Talk!

Madline mit Nikolai: Mein Sohn ist jetzt ein Jahr alt. Und er schläft inzwischen allein in seinem Bettchen, das bei mir im Schlafzimmer steht. Das war nicht immer so. In den ersten 8 Monaten seines Lebens schlief Nikolai entweder an Mamas Brust ein- oder im Maxicosi. Ich stellte kurz nach der Geburt fest, dass mein Baby sich schnell beruhigte wenn er in dem Sitz geschaukelt wurde. Er schrie eines Abends zwei Stunden lang, bis ich ihn erschöpft in die Babyschale legte und wiegte. Sofort wurde er ruhig. Fortan stand der Maxicosi stets an meinem Bett, um den Kleinen darin zu beruhigen, falls es anders nicht möglich war. „Er muss das lernen, flach auf dem Rücken zu schlafen“, sagten die Leute. „Das Kind wird so nie mehr ohne Schaukeln einschlafen“, oder „Der Maxicosi ist ungesund.“ Gerade zu Beginn machten mich diese ungebetenen und besorgniserregenden Ratschläge fertig. Mein Kind KONNTE, und noch viel wichtiger, es WOLLTE nicht flach auf dem Rücken in starrer Position einschlafen. Ich habe von Anfang an auf sein Schreien reagiert und ihn nie weinen lassen. Ich wollte auf die Bedürfnisse meines Kindes eingehen. Denn ich glaube fest daran, dass man ein Baby nicht durch Zuneigung verziehen/verwöhnen/verderben kann. Im Gegenteil! Man stärkt dessen Vertrauen in seine Bezugsperson und in seine Umwelt. Und ich behielt Recht, getreu meinem Motto: „Ohne Training, ohne Tränen.“ und „Das muss er NICHT lernen“. Mal ehrlich – ein Säugling ändert stetig seinen Rhythmus, schläft in längeren Zeitabständen für kürzere Zeit. Trinkt mal öfter, mal seltener. Heute ist ein fröhlicher Tag, morgen ist er womöglich ungehalten weil ein Zähnchen drückt oder er Bauchweh hat. Ich kann für uns sagen: bis zu einem Jahr gab es keine Routine. Mit zehn Monaten stillte N sich selbst ab und schrie, wenn ich ihn zum Schlafen in den Maxicosi legte. Er signalisierte mir von allein: Jetzt möchte (und kann) ich in meinem Bettchen schlafen. Und seitdem tut er das auch! Mal schläft er während des Fläschchentrinkens ein, mal plappert (oder schreit) er noch für kurze Zeit, nachdem die Milch leer ist. Aber er schläft jetzt immer in seinem Bettchen, ohne Schaukeln. Es war ganz leicht, weil ich dem Kleinen die Freiheit ließ selbst zu entscheiden. Mein Nikolai ist jetzt, mit einem Jahr, ein offenes, fröhliches, kerngesundes und lustiges Baby. Sein Gang ist kerzengrade und er rennt bereits seit dem 11. Lebensmonat frei durch die Gegend. Es hat ihm weder geschadet im Maxicosi einzuschlafen, noch geschaukelt zu werden oder dass Mami immer auf sein Weinen reagiert hat. Ich merke, dass er mich langsam beginnt zu testen und Grenzen auszureizen. Manchmal lege ich ihn ins Bett, er reibt sich hundemüde die Äuglein und trinkt sein Fläschchen. Dann will er jedoch nichts verpassen, stellt sich auf, schreit. Er wehrt sich gegen sein Schläfchen. Wenn ich aber weiß, dass Nikolai müde ist. Satt ist. Dass er jetzt ein wohltuendes Schläfchen braucht, weil er mich in der letzten halben Stunde nur ausgeschimpft hat. Dann bleibe ich konsequent und verlasse das Zimmer. Er schreit höchstens fünf Minuten und schläft dann ein. Ich kenne mein Baby einfach nun gut genug um zu wissen, was jetzt das beste für ihn ist. Auch wenn er inzwischen einen eigenen Willen entwickelt und testet, ob er diesen durchsetzen kann. Es ist eine neue Phase für uns. Aber unser beider Vertrauen ist durch das erste Jahr gestärkt. Auch ich weiß, dass Niki mir nicht böse ist wenn ich konsequent bin. Dass er mir vertraut, mich liebt und wir mit unserem Kurs alles richtig gemacht haben.
Ohne Training, ohne Tränen ❤️

 

Maggie mit Yuna: Klar, kennt man. Müde ist man oft in seinem Leben. Montag morgens, im Kino während eines langweiligen Filmes oder nach einer durchzechten Nacht. Doch richtige Müdigkeit als Zustand völliger geistiger und körperlicher Erschöpfung lernt man meist erst als frisch gebackene Eltern kennen. Richtig bewusst machte es mir eine Situation ein paar Tage nach Yunas Geburt. Abends besuchte uns eine gute Freundin, Tim war bei der Arbeit, brachte mir Essen vorbei und wir setzten uns mit dem schlafenden Baby aufs Sofa und unterhielten uns. Genau 2 Minuten lang. Ich weiß nur noch, dass mir das Augenaufhalten in diesem Moment vorkam wie eine 50-Kilo Hantel mit ausgestreckten Armen vor seinem Körper zu balancieren. Trotzdem lächelte ich höflich an den richtigen Stellen ihrer Erzählung und warf hin und wieder ein paar Wendungen wie „Ach echt“ oder „Sag bloß“ ein. Und als ich das nächste mal blinzelte war Nacht. Ich plötzlich im Bett, Tim und Yuna neben mir. Schlafend. Es ist mir immer noch schleierhaft, aber ich bin mitten im Satz eingeschlafen und habe nicht einmal gemerkt, dass Tim mich drei Stunden später (so lang saß meine Freundin still neben der schlafenden Yuna und der völlig komatösen Mutter) ins Bett getragen hat. Nagut, fairerweise muss ich dazu sagen, dass wir einen etwas holprigen Start hatten. Das Stillen klappte nicht, Yuna schrie nachts vor Hunger, Tim und ich völlig übermüdet nach Tagen ohne Schlaf und fertig mit den Nerven. Schließlich knockte mich eine richtig fiese Brustenzündung derart aus, dass wir uns für das Fläschchen entschieden. Danach ging es langsam bergauf, uns allen ging es sofort besser und wir konnten uns Stück für Stück erholen. Nachts schlief Yuna nun tief und fest – mit ein paar Unterbrechungen zum Fläschchengeben. Langsam kehrte eine gewisse Routine bei uns ein. Wir wechselten uns nachts ab und konnten so beide ein bisschen Schlaf nachholen. Eine Frage, die mir in dieser Zeit und nach wie vor öfter gestellt wird, als dass sich nach der Gesundheit meines Kindes erkundigt wir lautet: „Uuuund? Schläft sie durch?“ Eine eindeutige Antwort fällt mir immer noch nicht ein. Yuna schläft in der Regel zwischen 18/19 Uhr ein und schläft bis ca. 7/8 in der Früh. Zwischendurch brauchte sie am Anfang alle 2-3 Stunden ein Fläschchen. Heute nur noch um 3/4 Uhr Eines. Richtig wach ist sie beim Trinken jedoch nicht. Die Augen sind dabei geschlossen und sobald der letzen Tropfen getrunken ist, schläft sie schon wieder tief und fest. Für die meisten ist nach dieser Erklärung trotzdem klar: Aha. Kind schläft immer noch nicht durch. Zack. Punkt. Stempel. Ich frage mich manchmal, warum manche Menschen das Kinderkriegen mit einem Wettkampf verwechseln. Warum muss alles immer höher, schneller, weiter sein . Kann man sich nicht einfach daran erfreuen, dass wir ein wahnsinnig zufriedenes und ruhiges Baby haben. Wir uns endlich von den Anfangsstrapazen erholt haben, Yuna gesund ist?! Sich toll entwickelt. Um zum Punkt zu kommen: ich habe die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, entspannt zu bleiben und sich auf gar, gar keinen Fall stressen zu lassen! Denn eine eigene Schlafroutine findet man weder in Büchern, noch bei Instagram und schon gar nicht bei anderen. Ganz liebe Grüße an jeden Augenring dort draußen. Maggie und Yuna

 

Wiebke mit ihrer Piepmadame. Wer durchschläft verliert! 21 Monate und drei Wochen ohne (nennenswerten) Schlaf. Und ich muss zugeben: Ich war darauf nicht vorbereitet! Natürlich wusste ich, dass Babys nicht ständig schlafen – oder nicht dann schlafen, wenn man es will – oder oft aufwachen. Doch hab ich noch hochschwanger einfach mit Floskeln um mich geworfen: „Ich schlafe einfach am Tag mit dem Baby, wenn es nachts nicht schlafen will“, war z.B. eine davon. Es sollte schlimmer kommen. Denn mein frischgeschlüpftes Baby schlief NIE. Also schon, aber am Stück meist nur 20/30 Minuten! Obwohl ich sie ausschließlich getragen hab. Ablegen? Niemals. Sie blieb selbst wach keine zwei Minuten irgendwo allein liegen!!! Doch in den ersten Monate ist man gnädig: Dieses kleine Würmchen! Es braucht einen so sehr. Der Glückshormonspiegel ist hoch, man fühlt sich gepusht. Man schafft das schon, war man doch (wenn auch schlecht) darauf vorbereitet… Nach 6 Monaten hatte ich den ersten Einbruch. Die Hormone ließen nach und ich war müde. So müde! Ich hab nur noch geweint. Die Situation damals war nur der Anfang. Denn es wurde einfach nicht besser, nicht mit einem Jahr, nicht mit 1,5 Jahren. Ich blieb müde. Die Müdigkeit wurde ein Teil von mir. Ich war mal mehr und mal weniger müde. Aber ich war nie nicht müde. Und man ist anders müde als nach einer durchfeierten Nacht. Denn wenn man weiß, dass man niemals mehr ausschlafen kann, dann wird die Müdigkeit absolut. Bis heute macht meine Tochter ihren Mittagsschlaf nur mit mir – ohne mich wacht sie weiterhin nach 20/30 Minuten auf. Abends klappt es ein bisschen besser und an guten Tagen schafft sie sogar mal 2 Std ohne mich. Mehr aber nicht. Unsere Einschlafbegleitung dauert im Schnitt eine Stunde. In guten Nächten wird sie nur 4x wach – in schlechten schlafe ich quasi gar nicht. Sie ist manchmal auch gern stundenlang am Stück wach – schläft dafür aber nicht länger. Lange Zeit sind wir spätestens um 5 Uhr aufgestanden. Heute ist es immerhin 7 Uhr, aber sie schläft dafür auch erst gegen 21 Uhr ein. Puh!!! Meine Tochter schläft nicht gut. Punkt. Daraus gibt es keinen (für mich vertretbaren) Ausweg. Also halte ich es aus. Ich kann euch müden Mamis leider nicht sagen wie es besser werden kann. Auch nicht wann wir es geschafft haben. Ich kann euch nur raten es zu akzeptieren. Doktort nicht an eurem süßen Baby herum! Es schläft nur mit euch – das ist ok. Es schläft nicht durch – das ist normal. Verschwendet eure Energien nicht damit, eurem Baby etwas aufzuzwingen für das es noch nicht bereit ist. Kuschelt eure Kleinen in den Schlaf bis sie es nicht mehr brauchen. Denn eins ist gewiss: irgendwann werden sie es nicht mehr brauchen oder gar wollen! Und dann werden wir es vermissen. DAS verspreche ich euch.

 

Melli mit Louis: Als Louis geboren wurde, hat man ihn mir auf die Brust gelegt und gefühlt blieb er da, bis wir aus dem Krankenhaus entlassen wurden. Stopp! Vorher haben wir noch die U2 mitgemacht, da hat uns der freundliche Kinderarzt mitgeteilt, dass dieses zierliche Wesen, gefälligst immer in seinem eigenen Bett und im Schlafsack, auf dem Rücken schlafen soll. Zuhause angekommen, waren wir stark verunsichert, googelten nach Begriffen wie „Plötzlicher Kindstod“. Die Laune war im Keller, das brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen. Also hievten wir das Kinderbett in unser Schlafzimmer (das Babybay war noch nicht da, da Louis es ja eilig hatte) und versuchten ihn in der ersten Nacht dort schlafen zu lassen. Keine Chance! Ich habe ihn zu mir genommen und da blieb er dann auch, ich glaube fünf Monate. Im Babybay lag mein Handy, Kindle, Spucktücher usw. bloß kein Baby. Natürlich konnte ich diese starke Entscheidung nicht ganz allein treffen, am zweiten Tag kam meine Hebamme und zerstreute alle Bedenken. Eine Mama würde sich (nüchtern) niemals auf ihr Baby legen. Ich habe drei Monate voll gestillt, anfangs wollte der kleine Mann alle 1,5 – 2 Stunden an die Brust (er hatte echt einiges aufzuholen), später dann nur noch drei Mal pro Nacht. Ich weiß noch, wie ich einmal hier in der Küche stand und kochen wollte und sich plötzlich alles drehte: Der Schlafentzug klopfte an. Als wir mit dem Zufüttern begonnen haben, wurde es besser und irgendwann meldete er sich nur noch gegen 4 Uhr. Wir haben ihm allerdings bis vor kurzem, noch ein Fläschen gegeben, wenn wir ins Bett gingen, also ohne, dass er danach verlangt hat. Nach fünf Monaten, hat mein Mann (der Rabenvater ;)) Louis einfach mal ins Babybay gelegt, da er das Gefühl hatte, er bräuchte jetzt einfach seinen eigenen Bereich. Ich habe mich zu Tode erschrocken, als ich ins Schlafzimmer kam und das Bett war leer! Der Kleine schlummerte friedlich in seinem Babybay. So ging es bis zu unserem Mallorca Urlaub weiter, da legten wir unseren Sohn ins Reisebett, worin er auch ohne Probleme schlief und ab da, meldete er sich auch nachts nicht mehr um zu trinken. Mein Mann und ich trauten dem Braten nicht (oder vielleicht auch nur ich), aber es blieb auch zuhause so. Natürlich kann sich das jederzeit ändern, *Klopf auf Holz*, uns stehen ja noch die meisten Zähne und und und, bevor. Aber aktuell, schläft er (9 Monate) durch. Allerdings stehen wir gerade vor dem nächsten Problem: Er ist so mobil geworden, das er aus dem Babybay rauskrabbelt und aus unserem Bett fallen könnte. Da er sich aber auch neben mir zur Zeit viel hin und her wälzt, wird es nun langsam Zeit das er „auszieht“, bloß ich bin irgendwie noch nicht so weit. Ich liebe es, ihn nachts anzuschauen und auch das er morgens das Erste ist, was ich sehe. Gestern haben wir schon mal getestet, ob er in seinem eigenen Bett einschläft, ihn aber, als wir ins Bett gegangen sind, mit rüber zu uns genommen. Und während ich das hier schreibe, sehe ich auf dem Babyphone, wie er in seinem Bett liegt. Vielleicht bin ich heute stark genug, ihn dort liegen zu lassen…

 

 

Hallo, ich bin Melli, an meiner Seite sind der kleine Louis und mein Mann Björn. Bevor ich Mama wurde, habe ich Modejournalismus studiert und arbeitete anschließend in einer Promi-Redaktion. Gab es zu der Zeit für mich nichts Spannenderes als: „Welches Kleid trägt XY zu den Oscars“ und „Hat Promi ZZ tatsächlich eine Affäre“, interessiere ich mich heute brennend dafür, wann unser kleiner Mann seine ersten Schritte macht und ob Pampers Baby Dry Night wirklich länger trocken halten?! Louis ist eindeutig der Star in unserem Haushalt und wie es sich für eine richtige Diva gehört, hat er sich Zeit gelassen, in unser Leben zu treten. Erst, als ich schon daran zweifelte, dass bei uns alles auf natürlichem Wege laufen würde, passierte „es“ in einer feucht-fröhlichen Nacht. Und so begann die aufregendste Reise meines Lebens… Jetzt ist der kleine Keks schon ein Kleinkind und hat unser Leben bereits ordentlich auf den Kopf gestellt.