„Und – wollt ihr denn noch ein zweites Kind?“ – Diese Frage erscheint nicht ungewöhnlich, ist unser Sohn doch jetzt 13 Monate alt. WENN diese Frage von heute wäre. Gefragt wurden wir das jedoch im Wochenbett und zwar häufig. Das Wochenbett wird auch gern Baby-Flitterwochen genannt, das heißt: man soll sich kennenlernen, die Geburt verarbeiten und in die Rolle als Eltern hineinwachsen. Womit wir schon bei den Gemeinsamkeiten wären: In den echten Flitterwochen lernt man sich eventuell auch noch mal von einer ganz ungehemmten Seite kennen, nun haben ja schließlich beide „Ja“ gesagt, man verarbeitet die Hochzeitsfeier und wächst in die Rolle als Ehepartner hinein. Doch während unserer Flitterwochen in Dubai ist uns tatsächlich niemand untergekommen, der uns gefragt hat: „Und – wollt ihr noch mal heiraten?“ Da hätte ich vermutlich auch nicht schlecht gestaunt…

Aber auch nach dem Wochenbett hörte die Fragerei nicht auf.

Ich bezeichnete sie sogar einmal als „Top-Frage“ so wie die „Top-Antwort“ beim Familienduell. Das Schräge daran ist, als mein Mann und ich schon ein paar Jahre zusammen waren, fragten alle, wann wir heiraten, nach dem Antrag dann nach dem Termin und nach der Hochzeit, wurde nach einem Baby gefragt. Das Baby ist nun da, Mission erfüllt. Da hatte ich meine Rechnung aber ohne meine Mitmenschen gemacht. Meine Mama nennt das „Smalltalk“. Ich habe noch eine andere, wenn auch wissenschaftlich nicht bestätigte Theorie: Hinter der Frage nach einem weiteren Kind, verbergen sich viele Fragen, die einem nicht so leicht über die Lippen gehen. Das wären zum Beispiel: „Wie war die Geburt? Hältst du das noch mal aus?“ und „Wie sehr stresst dieses kleine Wesen dich? Fühlst du dich einem zweiten Kind gewachsen?“ oder „Wie läuft es zwischen euch beiden? Schafft eure Beziehung noch ein Baby?“ Soweit meine Theorie! Es muss natürlich angemerkt werden, dass ich damit keine engen Freunde und Familie meine, denn die stellen ja auch die Fragen hinter der Frage und kannten unsere Meinung zur Familienplanung bereits im Vorfeld.

Mamarazzi Kolumne

So musste ich mich schon sehr früh mit dem Gedanken beschäftigen, wie es denn mit einem Geschwisterchen wohl wäre, denn ich wurde seitdem schon seeeehr oft gefragt. Und das Schlimme ist, dass wir es wirklich noch nicht wissen. Ich hatte eine unkomplizierte Schwangerschaft und Geburt und habe ein gesundes Baby zur Welt gebracht. Ich bin nun erst mal zufrieden und Louis reicht mir gerade vollkommen. Eine Bekannte von mir sagte, man spürt, ob man vollzählig ist. Im Moment ist das so – manchmal ist es hier sogar zu voll. 😉 Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass hier noch ein kleiner Junge oder ein kleines Mädchen wäre, auch wenn ich es oft versuche.

Auf der anderen Seite, bin ich auch so dankbar, wie „rund“ alles gelaufen ist und habe Angst, das Schicksal erneut auf die Probe zu stellen. Ihr merkt schon, ich war nie so eine Frau, die von einer Großfamilie geträumt hat, ich wollte immer ein Kind bekommen und schauen, wie es so läuft. Und mein Mann und ich sind beides keine Einzelkinder! Vielleicht bleibt Louis aber unser kleiner Prinz, dem wir all unsere Aufmerksamkeit schenken, der sich in unser Leben einfügt. Ein Kind ist ja schließlich kein Kind – sagt man. (Finde ich übrigens nicht.) Ich für meinen Teil, habe vor einem zweiten Kind ungewöhnlicherweise auch viiiiiel mehr Respekt, als vor dem ersten. Nun ja, als abschließende Worte möchte ich sagen, wenn uns aber die Lust auf so ein weiteres, kleines Wesen überkommen sollte, dann würden wir es auch noch mal versuchen. Ich würde mich nur über die Möglichkeit freuen, selbst auf die Idee zu kommen! 😉

Eure Melli 

Hallo, ich bin Melli, an meiner Seite sind der kleine Louis und mein Mann Björn. Bevor ich Mama wurde, habe ich Modejournalismus studiert und arbeitete anschließend in einer Promi-Redaktion. Gab es zu der Zeit für mich nichts Spannenderes als: „Welches Kleid trägt XY zu den Oscars“ und „Hat Promi ZZ tatsächlich eine Affäre“, interessiere ich mich heute brennend dafür, wann unser kleiner Mann seine ersten Schritte macht und ob Pampers Baby Dry Night wirklich länger trocken halten?! Louis ist eindeutig der Star in unserem Haushalt und wie es sich für eine richtige Diva gehört, hat er sich Zeit gelassen, in unser Leben zu treten. Erst, als ich schon daran zweifelte, dass bei uns alles auf natürlichem Wege laufen würde, passierte „es“ in einer feucht-fröhlichen Nacht. Und so begann die aufregendste Reise meines Lebens… Jetzt ist der kleine Keks schon ein Kleinkind und hat unser Leben bereits ordentlich auf den Kopf gestellt.