Ok, ich gestehe. Ich verfolge ja von Beginn an schon gefesselt den Wahlkampf in den USA, insbesondere von Donald Trump und ich kam einfach nicht drum herrum, das Ganze, geprägt durch mein Medienmanagement Studium, auch durch eben solch geschulte Augen zu beobachten. Und ich war fasziniert. Gefeiert, gehasst, verspottet – kaum eine Woche verging, in der der milliardenschwere Präsidentschaftsbewerber nicht durch kontroverse Statements für Aufregung sorgte – ob es um die Attraktivität von Journalistinnen ging oder um sein Lieblingsprojekt, eine Mauer an der mexikanischen Grenze, mit der er illegale Einwanderer abschrecken will. Medienprofi Trump. Er nutzte nicht nur die Dynamik des Internets strategisch und bewusst, er weiss auch ganz genau, wann er sich selbst in Szene zu setzen hat, jongliert mit Dramaturgie, polarisiert, pöbelt, beleidigt, sorgt täglich für neue Skandale und eckt überall an, wo man nur anecken kann. Und halb Amerika liebt, feiert und verehrt ihn.

Ich lasse mich ja ganz oft dazu hinreissen und behaupte, dass das Ganze doch einfach nur ein rießengroßer PR Streich sein kann. Mit versteckenten Kameras gefilmt und für einen privaten, werbefinanzierten Trash-Sender produziert, werden morgen die Vorhänge fallen gelassen und ein adrett gekleidert Mann kommt auf die Bühne und sagt: „Dies war ein Experiment. Eines der größten, die die Welt je gesehen hat. Wir wollten der Gesellschaft nur mal den Spiegel vorhalten und zeigen wie mächtig die große, dumme Masse sein kann und zu was sie im Stande wäre. Nämlich einen protzigen, rassistischen, frauenfeindlichen (an dieser Stelle, fallen mir noch 100 weitere negative Adjektive ein – aber dafür reicht der Platz hier leider nicht) Rüpel mit schlecht sitzender Perücke, an die Weltmacht kommen zu lassen.

Doch leider ist das hier nicht die „versteckte Kamera“, sondern die Realität. Und spätestens nach dem Pussy-Skandal, sah ich das Ganze auch nicht mehr nur, wie ein verrücktes und lustiges Schaulaufen zweier Witzfiguren. Da hörte ich die Rede von Michelle Obama, und dachte nur: Danke! Danke für eine der besten Reden, die ich je gehört habe. Michelle Obama ist schlichtweg wohl die beste Rednerin unserer Zeit und wenn man ehrlich ist, ihr Charisma übersteigt selbst das ihres Mannes bei Weitem. Wahrscheinlich wünscht sich sogar die Mehrheit der USA, sie stünde zur Wahl und nicht die beiden unbeliebtesten Kandidaten der Geschichte und auch wenn wir hier in Deutschland nur vor dem TV sitzen, das Ganze nur kopfschüttelnd verfolgen, so sollte uns aber auch sehr wohl bewusst sein, dass es auch hier bei uns, in Deutschland, in Europa genauso gravierdene Auswirkungen und schwerschwiegende Konsequenzen haben wird, wer ab morgen in den USA das Ruder lenken wird. Ob Trump oder Clinton, egal wer ins Weiße Haus einzieht, es wird nicht ohne Folgen bleiben. Wir werden ein wesentlich aggressivere und eine militarisiertere Außenpolitik der Vereinigten Staaten erleben. Zu denken, wir in unserem Deutschland haben damit nichts zu tun – ja, also das wäre wirklich naiv zu denken.

Eure Teresa

Hi ich bin Teresa. Studierte Medienmanagerin und leidenschaftliche Redakteurin. Meine Modeaffinität hat mich aber auch zwischenzeitlich mal die Branche wechseln lassen und so war ich zuletzt als Shopmanagerin bei Inditex tätig. Aktuell lebe ich aber ganz nach dem Motto: „Mein Alltag ist ihre Kindheit“. Ich versuche jeden Tag zu einem kleinen Abenteuer für uns zu machen. Mit einem tollen Mann an meiner Seite, einer wundervollen Tochter, die im Mai 2017 zur großen Schwester upgegradet wird, gestalten wir unseren Alltag so bunt wie möglich. So reisen wir gerne, ob durch Asien oder Europa. Und versuchen einfach immer wieder unseren persönlichen Interessen treu zu bleiben und sie gemeinsam auch zukünftig mit unseren Kindern zu vereinbaren. Kinder machen unser Leben nämlich nur noch lebenswerter: wir müssen es nur zulassen.