„Und wisst ihr schon was es wird?“ Ja , wer kennt sie nicht? Zumindest alle Mamis unter euch, wissen wovon ich reden. Denn bist du schwanger, werden sie dir diese Frage stellen. Alle. Wirklich alle. Und das unmittelbar nachdem sie von deinem kleinen Wunder erfahren haben. Sie werden sie dir stellen: die Frage nach dem Geschlecht. Junge oder Mädchen? 

Und während sie beim ersten Kind noch auf die Reaktion der Mami warten – schließlich darf jede Frau insgeheim, aber auch gerne lautstark ihren Geschlechterwunsch favorisieren und äußern – maßen sie sich beim Zweiten allerdings an zu urteilen. Ja vielleicht auch oftmals unbedacht, aber nicht weniger diskriminierend, werden sie losgelassen: all die dämliche Äußerungen. Ein kleiner Ausschnitt davon? Gerne: „Oh – wieder ein Mädchen?“, „Na, dann halt beim nächsten Versuch“, „ein Junge wäre doch schön gewesen“, „kann der Papa nur Mädchen machen“?

Ja, das sind nur einige Kommentare, auf die mein Umfeld hätte gerne verzichten dürfen. Meiner Meinung nach. Und – ganz ehrlich – aber verzeiht mir doch bitte, wenn ich darüber ernsthaft entsetzt bin und darüber nur den Kopf schütteln kann. Denn, bitte sagt mir, wenn ich mich irre: aber sind wir nicht bereits im 21Jh angekommen. In einem Jahrhundert in dem das Geschlecht eines Menschen so absolut gar keine Rolle mehr spielt. Und vor allem spielen sollte. In einem Jahrhundert, in dem nicht mehr unterschieden wir, ob du Mann oder Frau bist. Mädchen oder Junge. Männlich oder weiblich. In einem Jahrhundert, dass weder das eine noch das andere bevorzugt, sondern einfach nur gleich behandelt. Und auch wenn es so scheinen mag, die Medien es gerne suggerieren, die Politik es dir in Deutschland vorgaukelt, so sieht es in der Realität doch ganz anders aus.

Die Frage nach dem Geschlecht

„Hauptsache gesund!“ gilt als moralisch korrekte Antwort auf die Frage: „Hättest du lieber einen Jungen oder ein Mädchen?“ Aber diese moralisch korrekte Antwort ist oft keine ehrliche Antwort. Denn vielen werdende Mamas und Papas ist es eben doch nicht so egal, ob sie einen Jungen oder ein Mädchen bekommen. Sie haben ein Wunschgeschlecht. Und manchmal sind diese auch einfach nur recht oberflächlich. Denn dann heißt es: man hätte bitte gern einen Jungen, weil Mädchen, sobald sie die Pubertät erreicht habe, den ganzen Tag nur noch herumzicken. Oder andersherum. So wünschen sie manche eben ein Mädchen, weil diese weniger wild sind. Und man sie „voll süß“ anziehen kann.  Nur stellt sich mir an dieser Stelle die Frage, in wieweit wir, als Eltern, mit dieser oberflächlichen Wunschäußerung, die Diskussion um den Feminismus nochmal ganz neu entfachen.

Ein Kind zu bekommen – ein Herzenswunsch. Ein Kind zu haben – ein Segen. In wieweit ist es dann wichtig, dass Geschlecht zu wissen? Um uns darauf vorzubereiten? Fängt hier vielleicht schon der Fehler bei uns an? Weil wir, ab dem Zeitpunkt, wo wir erfahren, was es wird, also ab dem Zeitpunkt auch gleichzeitig anfangen unsere Kinder anders zu behandeln. Geschlechtsspezifisch zu denken. Von ganz alleine. Unterbewusst?

Der moderne Feminismus

„Feminismus klingt so unrasiert und ungebumst“ Ok – vielleicht etwas vulgär ausgedrückt, aber hey: treffender hätte man es nun mal nicht formulieren können, oder? Und wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum Carolin Kebekus aus so vielen Gründen gefeiert wird. Auch ich bin großer Fan. Ja auch ich bin Feministin. Wie wir Frauen (und Männer) es vielleicht einfach alle sein sollten. Nur leider, nicht sind.

„Unrasierte Achselhöhlen und total frigide“. Dieses verstaubte Bild der Feministin sollte längst generalüberholt sein. Denn hier geht es schon lange nicht mehr, um die Rechte für Frauen auf eine Ausbildung oder das Recht sich scheiden zu lassen, wenn der Mann sie betrügt. Nein mittlerweile geht es nur noch darum wie „Frau“ in der Gesellschaft wahrgenommen wird und wie sie sich präsentiert.

Ich denke ziemlich oft daran, dass unsere Mütter sich eigentlich für uns heute schämen müssten. Denn wir wissen gar nicht, wie gut wir es eigentlich haben. In der Generation meiner Mutter war es nämlich noch etwas wert zu sagen: Ich gehe arbeiten. Und ganz schnell hätte sie diese auch verlieren können, wenn der Mann der Meinung gewesen wäre, dass sie nicht mehr gut genug für ihn kocht. Das klingt jetzt wahrscheinlich sehr weit weg, für so viele von uns, aber es ist noch gar nicht so lange her. Wenn man dann sieht, was unseren Mädchen heute vor gelebt wird, finde ich das wirklich sehr bedenklich.

Das süße Hascherl

Und da tut es nicht gut, dass sie als liebes, rehäugiges Hascherl daher kommt. Immer „Liebkind“ sein, wie ich es gerne nenne. Feminismus bedeutet: starke, selbstbewusste Frauen, die sich nicht zu schade sind, selbst anzupacken. Die sich nicht dafür scheuen, zu ihrer Meinung zu stehen. Auch mal anzuecken. Nicht als die liebe kleine süßes Maus gesehen zu werden.

Doch warum haben so viele Frauen immer noch Angst davor? Ich weiß es nicht. Aber Frauen neigen so oft dazu, sich klein zu machen. Im Internet kann man das besonders gut erkennen. Da sind die Augen riesengroß, die Nase ist ganz weg, das Gesicht bis zur Unkenntlichkeit retuschiert. Es müsste doch anders sein. Frauen sollten endlich viel  selbstbewusster werden. Zu den eigenen Qualitäten stehen und sie auch durchsetzen. Aber man will nicht zu sehr auf Konfrontation gehen, weil einen sonst die Leute nicht mögen. Und das – ja das ist tatsächlich nur eine sehr weibliche Sache.

Ich möchte das nicht für meine Mädchen. Ganz im Gegenteil. Ich möchte sie zu starken, selbstbewussten Frauen erziehen. Die Kritik verpacken. Sie nicht persönlich nehmen. Sondern daran wachsen. Die sich nicht ducken. Die sich nicht schämen auch mal an zu ecken. Die verstehen, dass es gut ist, auch mal anzuecken. Die aus der Reihe tanzen, polarisieren. Sich nicht über ihr äußeres definieren müssen. Und mal ganz ehrlich? Wer mag schon diesen ganzen Einheitsbrei. Das ist doch langweilig. Schön anzuschauen, aber langweilig.

Kinder neutral erziehen

Und so, mit dieser Einstellung im Rücken, versuche ich meine beiden Mädels groß zu ziehen. Sie zu starken und selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen zu lassen. Sie Kind sein zu lassen. Sie nicht nach stereotypen Geschlechtervorstellungen zu erziehen, welche sie in ihrem Denken und Handeln einschränkt. Sie sollen selbst mit Identitäten und Rollenbildern experimentieren. Sie sollen lernen, unabhängig von ihrem biologischen Geschlecht vielfältige Fähigkeiten und Interessen kennenlernen, wodurch sie im Laufe ihres Lebens eigene Vorstellungen von “Männlichkeit und Weiblichkeit” bzw. “Frausein und Mannsein” entwickeln können. Dabei dränge ich ihnen nichts auf. Denn, wenn es das Feuerwehrauto ist, dass sie über alles liebt, dann ist das so. Wenn es das Prinzessinen Kleid gerne ist, das sie trägt, dann ist auch das so. Ich möchte nicht eingreifen, nicht aufdrängen und vor allem nicht bestimmen. Keine Macht ausüben. Sie Menschen sein lassen. Sie wertschätzen. Mit all ihren Vorlieben. Mit all ihren Wünschen. Die Erziehung meiner Kinder – für mich eine Herzensangelegenheit.

Eure Teresa

Teresa findet ihr HIER bei Instagram

 

 

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Hi ich bin Teresa. Studierte Medienmanagerin und leidenschaftliche Redakteurin. Meine Modeaffinität hat mich aber auch zwischenzeitlich mal die Branche wechseln lassen und so war ich zuletzt als Shopmanagerin bei Inditex tätig. Aktuell lebe ich aber ganz nach dem Motto: „Mein Alltag ist ihre Kindheit“. Ich versuche jeden Tag zu einem kleinen Abenteuer für uns zu machen. Mit einem tollen Mann an meiner Seite, einer wundervollen Tochter, die im Mai 2017 zur großen Schwester upgegradet wird, gestalten wir unseren Alltag so bunt wie möglich. So reisen wir gerne, ob durch Asien oder Europa. Und versuchen einfach immer wieder unseren persönlichen Interessen treu zu bleiben und sie gemeinsam auch zukünftig mit unseren Kindern zu vereinbaren. Kinder machen unser Leben nämlich nur noch lebenswerter: wir müssen es nur zulassen.