(Anzeige) Die Idee zu einer wundervollen Blogreihe entstand zusammen mit HP 

In regelmäßigen Abständen, meist zum Frühjahr hin, fängt meine Mama an, bei sich zu Hause „Ordnung“ zu schaffen. Da werden dann die Winterklamotten eingemottet und sich von zahlreichen Sachen getrennt. Das heißt, nicht nur von Hosen und Pullovern wird dann Abschied genommen, sondern auch von Erinnerungen und Andenken aus vergangener Zeit. Erbstücke an uns, sozusagen. Nein – kein Schmuck. Aber nicht minder wertvoll. Es sind Erinnerungen, die meine Mutter über all die Jahre gesammelt und aufbewahrt hat. Manchmal sind es Basteleien aus meiner Kindheit. Bilder, die ich im Kindergarten gemalt habe. Dann sind es Briefe, die ich mit 7 Jahren an meine Mutter geschrieben habe. Oder auch mal alte Zeugnisse. Noch aus Grundschultagen. Alte Zeitungen, in denen ich erschienen bin. Eintrittskarten von Konzerten, Opern oder Ballett-Aufführungen, die wir gemeinsam besuchten. Postkarten, die ich ihr aus fernen Ländern schrieb, während ich meine ersten Urlaube alleine verbrachte. Dieses Mal waren es sind alte Fotoalben, die sie vorbei brachte.

Ein Blick in meine Kindheit

Ich muss gestehen darüber habe ich mich bisher am meisten gefreut. In einer kleinen Kiste waren sie verstaut. Alle vier Fotoalben. Es dauert nur einen Kaffee und ein Stück Kuchen, bis wir letztendlich am Tisch über eben diesen Alben hingen. Und so tauchten wir alle, für eine kurze Zeit alle ab in meine wundervolle Kindheit.

Jedes einzelne Fotoalbum, so liebevoll und mühselig gestaltet. Den Anfang macht ein kleiner Zeitungsausschnitt. Meine Geburtsanzeige. “ Wir danken dem Team und den Hebammen und sind voller Glück“. Ebenfalls darauf zu erkennen: ein kleiner Storch. Ich blätterte weiter. Alles, wirklich alles wurde eingetragen. Wann ich meinen ersten Zahn bekam oder wann ich die ersten Schritte wagte. Alles war mit genauem Datum versehen und das fand ich unheimlich spannend und interessant. Und natürlich folgten Fotos dazu. Viele Fotos. Aber auch Fotos, auf denen ich an Geburtstagen zu sehen bin. Meine Geburtstage und die meiner Brüder. Fotos auf denen wir alle am Frühstückstisch sitzen, rund um den leckeren Zitronenkuchen herum, den meine Mama für jeden von uns einmal im Jahr, extra zu diesem besonderen Anlass backte. Mit zotteligen Haare und bunten Schlafanzügen. Fotos von mir an Karneval. Ich als Rotkäppchen. Ich als Prinzessin. Ich als Maler. Jedes Jahr ein Foto. Eben nur in einem anderen Kostüm. Bilder von mir beim Ballett. Von meinen Auftritten. Fotos von mir und meinen Freunden. Auf dem Spielplatz. Wie wir rumtoben, rutschen und klettern und am Ende mit verschwitzten und roten Gesichtern auf der Picknickdecke Frikadellen essen. Fotos von unseren Urlauben. Jedes Jahr, dasselbe Bild. Meine Mama, mein Vater und meine zwei Brüder. Wir, unter den Pinienbäumen in Italien. Beim Durchblättern dieser Alben wird mir ganz warm ums Herz.

 

 

 

 

Rituale festhalten

Und gleichzeitig packt mich das schlechte Gewissen und mir wird plötzlich schmerzlich bewusste, dass ich bisher nichts für meine Töchter in dieser Form festgehalten habe. Keine Fotos, die ich ausgedruckt und zumindest in eines der tausend Bücher, die es zur Geburt gab, eingeklebt habe. Bücher mit dem Titel „Wie schön, dass du da bist“ oder „Dein erstes Jahr“. Kein Vergleich, aber für den ersten Moment stimmt es mich milde, dass ich zumindest Bilder im Treppenaufgang hängen habe. Meine Lieblingsmotive unserer Asienreise. Doch diese kurbeln täglich nur mein Fernweh an. Und dann wären da noch zwei, drei Bilder von mir Babybauch, die im Kinderzimmer stehen. Auch ein Ultraschallbild fliegt auch noch lose auf der Kommode hin und her. Das kann es ja nicht sein, oder?

Später, als alle gegangen sind, krame ich eines dieser Bücher hervor. Eines, in dem ich bereits die ersten zwei Seiten beschriftet habe. Na, immerhin, denke ich mir. Der Wille war da. Dann aber folgt nichts mehr. Es ist auch eines der Bücher, in dem noch immer kein einziges Bild, in den dafür vorgesehenen Markierungen eingeklebt wurde. Ich ärgere mich und denke: „Dabei machen sie es einem doch schon so einfach, oder?“ Und trotzdem redet man sich raus und sagt: man fände keine Zeit dafür oder es ist ja auch soviel Arbeit.

Unserem Familienalltag mehr Beachtung schenken

Ein Satz, der mich schon seit der Jugend begleitet ist: „Wenn jemand sagt, er habe keine Zeit, bedeutet das nur, dass ihm andere Dinge wichtiger sind.“ Und es stimmt. Es ist so wahr. Denn, wenn einem etwas wirklich wichtig ist, dann findet man Zeit dafür. Dann lässt man keine Ausrede gelten, organisiert sich im größten Stress, geht Kompromisse ein und verzichtet im äußersten Fall auch mal auf etwas.

Und ja – es ist mir wichtig. Und es würde mir viel bedeuten. Denn auch ich möchte, dass meine Kinder später einmal in solchen, von mir extra für sie angefertigten Alben, blättern können. Dabei schmunzeln, lächeln oder auch mal nachdenklich werden. Dass sie sich an unsere Familienrituale und insbesondere an ihre liebsten Kindheitsrituale zurückerinnern. Und vielleicht sind es ja die gemeinsamen Urlaube, die ich für sie festgehalten habe, bei deren Anblick sich das Gefühl von Freude und Freiheit bei ihnen wieder einstellt und ihnen ein gutes Gefühl geben. Aber vielleicht reichen ja auch schon diese unscheinbaren, im herkömmlichen Sinne, nicht besonders schönen Bilder, die aber diese besonderen und kleinen Momente des Tages festgehalten haben. Bilder, die sie als kleine Kinder zeigen. Zusammengekuschelt in einem Bett. Händchen halten. Mit strubbeligen Haaren und dreckigem Body. Ja – vielleicht sind es diese Bilder, die sie am Ende tief bewegen werden.

Und dann werden wir später genauso am Tisch sitzen. Bei Kaffee und Kuchen. Und Fotoalben durchblättern. Den leicht muffigen Geruch in der Nase, den nur altes, verstaubtes Papier verbreiten kann und in den Erinnerungen schwelgen. Und dabei werde ich in die leuchtenden Augen meiner Kinder schauen und mir denken: es sind vielleicht augenscheinlich bloß Kleinigkeiten – aber eben wichtige und wertvolle Kleinigkeiten.

Eure Teresa

Hi ich bin Teresa. Studierte Medienmanagerin und leidenschaftliche Redakteurin. Meine Modeaffinität hat mich aber auch zwischenzeitlich mal die Branche wechseln lassen und so war ich zuletzt als Shopmanagerin bei Inditex tätig. Aktuell lebe ich aber ganz nach dem Motto: „Mein Alltag ist ihre Kindheit“. Ich versuche jeden Tag zu einem kleinen Abenteuer für uns zu machen. Mit einem tollen Mann an meiner Seite, einer wundervollen Tochter, die im Mai 2017 zur großen Schwester upgegradet wird, gestalten wir unseren Alltag so bunt wie möglich. So reisen wir gerne, ob durch Asien oder Europa. Und versuchen einfach immer wieder unseren persönlichen Interessen treu zu bleiben und sie gemeinsam auch zukünftig mit unseren Kindern zu vereinbaren. Kinder machen unser Leben nämlich nur noch lebenswerter: wir müssen es nur zulassen.