Diese zarte rosa Linie auf dem Teststreifen. So zart, dass sie für das bloße Auge kaum zu erkennen war: Aber – sie war da! Ohne Zweifel. Ich trat nach draußen. Berührte mit meinen Füßen den warmen Sand. Schwüle Luft schlug mir entgegen. Und während ich zusah wie sich der Himmel über Bali malerisch verfärbte und die Sonne im Meer versank, wurde mir erst so richtig bewusst, dass wir tatsächlich bald zu viert sind.

Es kommt mir so vor, als wäre es erst gestern gewesen, als wir festgestellt haben, dass ich wieder schwanger bin. Auf Koh Lanta muss es passiert sein. Rein rechnerisch. Auf unserer Trauminsel. Während es Halbzeit schlug auf unserer Asien-Tour. Zwei Wochen später, in Indonesien, blieb die Periode aus. Weitere vier Tage später kaufte ich in Ubud einen Schwangerschaftstest, den ich aber erstmal zur Seite legte. Ich wollte noch ein bisschen abwarten. Weil ich dachte, vielleicht verzögern sich die Tage einfach nur und dann wäre die Enttäuschung zu gross, wenn er negativ ausfallen würde? Ich weiß es nicht. Bei Ankunft in Lovina, bereits eine Woche überfällig, saß ich dann in unserer Unterkunft auf der Toilette. Voller Vorfreude und Vorahnung, dass es wieder passiert ist. Die Ahnung hatte Recht. Der Test fiel positiv aus.

So schön es ist und so glücklich ich darüber auch bin, aber für mich fing mit dieser zweiten Linie keine einfache Zeit an. Die ersten Wochen litt ich immer mal wieder unter Übelkeit und einer unfassbaren Müdigkeit. Ich hatte den großen Wunsch meinen Körper viel, viel öfter Ruhe zu gönnen. Leider war dieser Wunsch mit einer bereits zweijährigen Tochter an der Hand nicht all zu leicht in die Realität umzusetzen. An oberster Stelle meines Tages stand zunächst die wichtigste Aufgabe – den Alltag zu meistern und meiner Tochter gerecht zu werden. Ich habe diese körperliche Anstrengung und Belastung wahrlich unterschätzt.

Die Entscheidung für eine weitere Schwangerschaft haben wir dennoch bewusst getroffen. Uns bewusst dafür entschieden so zügig nach der Geburt unserer ersten Tochter, ein weiteres Geschwisterchen auf den Weg zu schicken. Denn, noch bin ich jung. Sowieso schon mittendrin, im Windeln wechseln und auch die Nächte sind noch nicht immer einwandfrei, also wenn nicht jetzt ein zweites Kind – wann dann? Doch eins vergaß ich bei dieser Rechnung! Die Tatsache, dass ich bereits, ein Kind hatte. Mir war zu dieser Zeit nicht bewusst, wie sehr ein Kleinkind mich in meinem Alltag fordert. Wie eingespannt ich doch eigentlich mit ihr bin und wie wenig intensive Zeit für meine Schwangerschaft bleiben wird.

Und nun? Ist bereits die Hälfte der Schwangerschaft um. Der Bauch ist gewachsen. Die ersten Kindsbewegungen sind spürbar und wunderschön! Abends, dann wenn wir zur Ruhe kommen und gemeinsam auf der Couch sitzen, über den Bauch streicheln, nach einem passenden Namen überlegen, dann ist sie wieder da – die Magie, die ich aus der ersten Schwangerschaf noch kenne. Die Vorfreude auf das uns noch unbekannte Wesen, dass wir jetzt schon so sehr und über alles lieben. Und auch wenn diese Schwangerschaft nebenher läuft und ich sie nicht in jeder Sekunde bewusst war nehme, ist es ok. Es ist wirklich okay.

Diese Schwangerschaft stand von Anfang an unter einem ganz anderen Stern. Ich  verbinde sie mit komplett anderen Gefühlen als meine erste Schwangerschaft, die oft geprägt wurde von Sorge, Angst und negativen Befürchtungen. Heute ist das ganz anderes. Ich bin ihr gegenüber viel gelassener und ich glaube, dies wird mir bei der Geburt zugute kommen. Also ziehe ich eine positive Bilanz. Ich muss mich zwar immer noch zwingen Auszeiten zu nehmen, den Tag nicht zu voll zu packen, mich anders zu organisieren und vorallem eins ganz besonders –  zu lernen, Hilfe anzunehmen.

Hi ich bin Teresa. Studierte Medienmanagerin und leidenschaftliche Redakteurin. Meine Modeaffinität hat mich aber auch zwischenzeitlich mal die Branche wechseln lassen und so war ich zuletzt als Shopmanagerin bei Inditex tätig. Aktuell lebe ich aber ganz nach dem Motto: „Mein Alltag ist ihre Kindheit“. Ich versuche jeden Tag zu einem kleinen Abenteuer für uns zu machen. Mit einem tollen Mann an meiner Seite, einer wundervollen Tochter, die im Mai 2017 zur großen Schwester upgegradet wird, gestalten wir unseren Alltag so bunt wie möglich. So reisen wir gerne, ob durch Asien oder Europa. Und versuchen einfach immer wieder unseren persönlichen Interessen treu zu bleiben und sie gemeinsam auch zukünftig mit unseren Kindern zu vereinbaren. Kinder machen unser Leben nämlich nur noch lebenswerter: wir müssen es nur zulassen.