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Schwangerschaftsupdate // Verdacht auf Schwangerschaftsdiabetes

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Das Telefonat war beendet. Langsam legte ich mein Smartphone auf den Tisch. Damit hätte ich absolut nicht gerechnet. Verlief meine erste Schwangerschaft doch so komplikationsfrei. Und jetzt das? Ich konnte es nicht fassen. Die Testergebnisse der Blutabnahme von letzter Woche waren da. Und laut Sprechstundenhilfe waren sie gar nicht gut. Laut Ärztin waren die Werte sogar besorgniserregend hoch, weit über der Grenze von 135. Mein Wert betrug 162. Mein erster Gedanke war – das kann nicht sein. Da stimmt was nicht. Ich überlegte, was ich am Tag zuvor und sogar noch am selben Tag gegessen oder getrunken hatte. War da etwas, was eventuell den Test verfälscht haben könnte? Hatte ich tatsächlich am Abend zuviel Süßes gegessen? Ich mache ja keinen großen Hehl aus meiner aktuellen Mc Flurry Sucht, aber lag es tatsächlich an diesen Schwangerschaftsgelüsten, an dem O-Saft und dem belegten Weißmehlbrötchen, welches ich am Morgen vor dem Termin verzehrt habe? Die dann zu einem erhöhten Zuckerwert im Blut und letzendlich zu einem solchen Ergebnis geführt haben? Oder war was dran – an der Vermutung, ich könnte unter Schwangerschaftsdiabetes leiden. Ich geriet in Panik und recherchierte.

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Als Erstes kontaktierte ich meine Freundin, die mich emotional erstmal stabilisierte und rief dann meine Hebamme an. Das Ende vom Lied, erstmal abwarten. O-Ton meiner Hebamme : „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird“. Dass der erste Test nun so ausgefallen ist, heißt noch gar nichts und muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass hier eine Schangerschaftsdiabetes vorliegt. Der Test wird nun erstmal vom Hausarzt wiederholt. Der würde dann im Zweifelsfall bestätigt, ob nun tatsächlich eine solche Erkrankung vorliegt oder eben auch nicht. Falls doch, lässt sich diese mittlerweile sehr gut behandeln und ist zunächst kein Grund zur Sorge. Mit einer Ernährungsumstellung lässt sich diese sehr gut einstellen. An dieser Stelle möchte ich einmal betonen, wie wertvoll eine gute Hebamme an deiner Seite ist. Es ist nun mal selbstverständlich, dass sich eine werdene Mutter, zu Beginn einer Schwangerschaft viele Fragen stellt und auch mal ärztliche Zusatzuntersuchungen, die der Gynäkologe anbietet, in Anspruch nimmt, in der Hoffnung, dass diese hilfreiche Antworten bietet. Meistens sind diese privat gezahlten Medizinchecks nur dafür da, um das Honorar der Ärzte aufzubessern. Eine schwangere Frau lässt sich eben leichter verunsichern, willl am Ende nur das Beste für ihr Kind und die größtmögliche Sicherheit, dass alles gut verläuft. Jedoch – bereits in meiner ersten Schwangerschaft habe ich auf all diese zusätzlichen Test verzichtet, bin trotzdem zur ärztlichen Vorsorge gegangen, weil ich dachte, ich müsste es. Keine weiteren Gedanken habe ich mir ebenso gemacht, als mir der von der Krankenkasse übernommene Zuckertest angeboten wurde. Sagen wir mal so – eine ärztliche Empfehlung gab es nicht. Der Termin wurde einfach gemacht. Auch hier habe ich mir keine weiteren Gedanken gemacht und bin einfach davon ausgegangen, dass ich dadurch einfach nun ein weiteres Risko für mich und mein Kind ausschließen könnte. Hier baute ich einfach auf das Vertrauen, dass ich eigentlich zu meiner Gynäkologin habe. 

In den nächsten Tagen habe ich einen weiteren Termin mit meiner Hebamme und wir werden gemeinsam überlegen, in wieweit ich die weitere ärztliche Vorsorge noch in Anspruch nehmen werde.

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Was ist Schwangerschaftsdiabetes?

Schwangerschaftsdiabetes (medizinisch: Gestationsdiabetes) ist eine Störung des Zuckerstoffwechsels, der sich in aller Regel auf die Zeit der Schwangerschaft beschränkt. Unmittelbar nach der Entbindung verschwindet die Krankheit wieder. Etwa fünf bis zehn Prozent aller schwangeren Frauen sind betroffen.

Was passiert, wenn Schwangerschaftsdiabetes nicht behandelt wird?

Sowohl während der Schwangerschaft als auch nach der Entbindung kann es infolge eines dauerhaft überhöhten Blutzuckerspiegels während der Schwangerschaft zu folgenden Problemen kommen:

  • Harnwegsinfekte
  • Infolge des hohen Blutzuckerspiegels der Mutter ist der Blutzuckerspiegel des Babys ebenfalls zu hoch. Der kindliche Organismus produziert verstärkt Insulin, was zu einem ungesunden, überproportionalem Wachstum führen kann.
  • Die Fruchtwassermenge ist zumeist überhöht, weil die ungeborenen Diabeteskinder vermehrt Urin ausscheiden. Es besteht die Gefahr einer Frühgeburt.
  • Aufgrund der Größe des Kindes kommt es bei Spontangeburten von Frauen, die an Schwangerschaftdiabetes leiden, gehäuft zu Problemen. Weil das Baby nicht ohne Weiteres durch den Geburtskanal passt, ist zumeist ein vorsorglicher Dammschnitt notwendig.
  • Infolge von Unterzuckerung besteht sowohl bei der Mutter als auch beim Kind unter der Geburt Kollapsgefahr.
  • Mutter und Kind haben ein erhöhtes Risiko, im späteren Leben an Diabetes Typ 2 zu erkranken.

Wie behandelt man Schwangerschaftsdiabetes?

Die gute Nachricht: Lediglich 30 Prozent aller betroffener Frauen benötigen eine Insulintherapie. In den überwiegenden Fällen kann eine Umstellung der Ernährung oder eine individuell angepasste Diät den Diabetes beheben. Wobei „Diät“ nicht heißt, das die werdende Mutter weniger essen soll, sondern das Richtige:

  • fettarme Lebensmittel
  • Vollkornprodukte (Sie führen zu einer langsamen Insulinausschüttung. Damit sind sie gesünder. Die Heißhungerattacken reduzieren sich.)
  • viel Gemüse und Obst. Bei Obst auf den Fruchtzucker achten!

Dagegen sollte sie auf einfache Kohlehydrate, wie sie in Kuchen, Weißbrot oder Süßigkeiten stecken, verzichten. Außerdem empfiehlt sich bezüglich der Ernährungsumstellung eine eingehende Beratung von einem Experten.

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