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Asien mit Baby – Wieviel Egoismus steckt in einer Reise mit Baby?

Reisen mit Baby. Dieses Thema könnte nicht unterschiedlicher diskutiert werden. Ob in der Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis oder auf der Arbeit. Ist klar, dass jeder eine Meinung dazu hat. Und die gehen teilweise ganz schön auseinander. So auch bei uns, als wir verkündeten, dass wir 2 Monate durch Asien reisen wollen.  Einzig unsere engsten Freunde urteilen nicht, finden es mutig, unterstützen uns und zeigen Interesse. Es gibt aber auch „die Anderen“, die behaupten, dass es egoistisch ist mit dem Kind zu reisen. „Echt?! Mit dem Baby nach Asien? Backpack? Das ist doch ganz schön gefährlich und leichtsinnig!“ Habt ihr keine Angst? Was ist mit dem langen Flug? Dem heftigen Klimaunterschied? Und was ist mit Krankheiten vor Ort? “ Wie viele Male ich diese Sätze gehört habe, kann ich schon gar nicht mehr sagen. Es war nur so oft, dass ich beschlossen habe gar nicht mehr von alleine über unsere Asienreise zu reden.  Mich ständig zur rechtfertigen und  zu erklären, dass es wirklich geht. Eine Reise ans andere Ende der Welt, in ein Land, in dem dazu noch gerade Regenzeit ist. Zu erklären, wie unkompliziert und einfach es sein kann und das man keine Angst haben muss – darauf hab ich keine Lust mehr. Ich bin müde geworden, denselben Text immer und immer wieder runter zu rasseln und aufzuzeigen, dass bei der Organisation und Planung, das Wohlbefinden unseres Kindes immer an oberster Stelle steht. Mir ist es egal, was andere davon halten und mir ist es auch die Energie nicht mehr wert. Die Energie, die ich dabei verbrauche, den Leuten aufzuführen, dass ihre ablehnende Haltung aus ihrer Unwissenheit resultiert.

Die Reise mache ich für mich. Für uns, als Familie. Daher ist es mir auch egal, was die anderen darüber denken. Insbesondere „Fremde“ und Bekannte. Mich freut es einfach sehr, dass mein Freundeskreis hinter dieser Idee steht und uns unterstützt. Hier fallen dagegen Aussagen wie: „Ich bewundere euren Mut“ oder „Das wird sicher ein einmaliges und besonderes Erlebnis für euch. Denn wer uns kennt und dazu noch ganz genau weiß, wie unsere (noch) kleine Familie entstanden ist,  der kann vielleicht erahnen, wie viel uns diese Reise bedeutet und wie wichtig sie für uns ist. Ich glaube daran, dass Liebe wachsen kann. Wir haben es bewiesen. Ich glaube daran, dass eine Beziehung funktionieren kann, wenn Beide es gleichermaßen wollen, egal aus welchem Grund. Mit Respekt, Vertrauen und Offenheit schafft man viele Hürden. Und vielleicht sind wir gerade deswegen so erfolgreich, weil wir es schaffen, immer wieder behutsam miteinander umzugehen. Jeden Tag aufs Neue. Uns ist  „das Ganze“ einfach zu wichtig, als das wir riskieren wollen, es kaputt zu machen. Diese Reise soll ein weiterer Meilenstein in unserer Partnerschaft werden. Wir Beide, als Team, gemeinsam mit unserer Tochter. Unsere Tochter, die der ausschlaggebende Grund ist, dass wir zueinander gefunden haben.

Diese Reise soll unsere Gemeinsamkeit stärken, unser Vertrauen festigen, uns ein ganz neues Gefühl von Freiheit vermitteln, unser Bewusstsein für die Natur schärfen, uns fremden Kulturen und Traditionen näher bringen und insbesondere  eine Reise werden, die zu einer ganz besonderem Erfahrung wird. Eine Erfahrung, die uns hat wachsen lassen, die uns stärker gemacht hat, die uns gezeigt hat, dass alles möglich ist, wenn man seine Ängste überwindet und einfach sich und seinen Fähigkeiten vertraut.

Hi ich bin Teresa. Studierte Medienmanagerin und leidenschaftliche Redakteurin. Meine Modeaffinität hat mich aber auch zwischenzeitlich mal die Branche wechseln lassen und so war ich zuletzt als Shopmanagerin bei Inditex tätig. Aktuell lebe ich aber ganz nach dem Motto: „Mein Alltag ist ihre Kindheit“. Ich versuche jeden Tag zu einem kleinen Abenteuer für uns zu machen. Mit einem tollen Mann an meiner Seite, einer wundervollen Tochter, die im Mai 2017 zur großen Schwester upgegradet wird, gestalten wir unseren Alltag so bunt wie möglich. So reisen wir gerne, ob durch Asien oder Europa. Und versuchen einfach immer wieder unseren persönlichen Interessen treu zu bleiben und sie gemeinsam auch zukünftig mit unseren Kindern zu vereinbaren. Kinder machen unser Leben nämlich nur noch lebenswerter: wir müssen es nur zulassen.