Der Feind in meinem Schlafzimmer. Nein, ich meine damit zum Glück nicht meinen Mann, sondern den Wäschekorb, der dort steht. Eher gesagt die beiden, deren Formen im Dunkeln schon mal für Monster gehalten werden können. Sagen wir es so wie es ist: Die Wäscheberge zu bekämpfen zählt für die meisten Menschen wohl kaum zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. Denn es ist wie ein Fass ohne Boden: ist man fertig, fängt man wieder von vorne an. Vor allem frischgebackene Eltern werden wissen, wovon ich rede. Ich glaube, am schlimmsten Tag hat mein Sohn mal 5 Outfits durchgebracht, da die Kleinen ja noch nicht wirklich was bei sich behalten können. Ja, als ich noch allein war, war zumindest das Waschen leichter. Natürlich hatte ich damals weniger Wäsche. Denn meine Hosen und Pullover konnte ich meist mehr als einmal tragen. Das hat sich mittlerweile geändert: Zuerst durch das Stillen, dann durch die Beikost und aktuell sind die Spielplatzbesuche die Übeltäter. Nun ist es wie es ist, wir sind zu dritt und wir führen ein aktives Leben und produzieren daher dreckige Wäsche. Dass diese Tatsache aber kein Grund ist, den Kopf in den Sand zu stecken habe ich mittlerweile gelernt. Hier kommen 9 Tipps mit denen eure Wäsche zum Kinderspiel wird:

1. Sortierung:

Wir verfahren nach dem Prinzip: drei Bewohner = drei Wäschekörbe. Jeder hat also seinen eigenen. Zusätzlich gibt es noch einen für Handtücher und Bettwäsche. Ich unterscheide in dunkle Wäsche, also schwarz, grau, dunkelblau, bordeaux und Jeanshosen. Weiße Wäsche sehe ich ein wenig großzügiger da kommt auch beige, gelb und hellgrau dazu. Alle restlichen Farben sind für mich Buntwäsche. Wenn ich nun z.B. eine Maschine mit Buntwäsche mache, besteht die immer aus einem drittel Kleidung von jedem von uns. So kann jeder stets über frische Wäsche verfügen. Ausnahme: Als Louis noch ein Baby war habe ich seine Sachen getrennt gewaschen. Babywäsche soll nicht unnötig mit anderen Keinem in Berührung kommen. Dies war aber kein Problem, da Bodies etc. ja sowieso bei 60° gewaschen werden müssen und die meiste Wäsche von meinem Mann und mir nicht. Getrennt wasche ich aber nach wie vor Handtücher, Waschlappen und Bademäntel.

2. Waschanleitung:

Ja, diese kleine Zettelchen in der Kleidung machen schon Sinn. Hier erfahrt ihr ob und wie heiß gewaschen werden darf (ansonsten steht da meist: „Nur chemisch reinigen“), ob das Teil in den Trockner darf und wie heiß anschließend gebügelt werden darf. Grundsätzlich sollte man Kleidung auf so niedriger Temperatur wie möglich waschen, da das heiße Wasser die Fasern angreift und schnell alt aussehen lässt. Ich benutze außerdem flüssiges Waschmittel, da es sich meiner Meinung nach besser verteilt und keine unschönen Klümpchen hinterlässt.

3. Zeitpunkt:

Am besten täglich! So können sich erst gar keine Berge ansammeln. Eine Waschmaschine kann man super nebenbei laufen lassen, während man selbst etwas anderes tut. Fängt man morgens an, schafft man leicht drei Maschinen am Tag. Nur mit dem Aufhängen solltet ihr euch nicht zu viel Zeit lassen, das sollte noch am selben Tag geschehen, sonst beginnt die Wäsche zu müffeln. Leider solltet ihr die Maschine nicht laufen lassen, wenn ihr außer Haus seid. Das könnte bei einem Wasserschaden zu Problemen führen.

4. Aufhängen:

Dabei kommt nun endlich der Thronfolger ins Spiel! Denn er hilft mir so gern. Aktuell tut er sowieso am liebsten das, was ich tue. Das Schöne am Wäsche aufhängen? Es ist absolut ungefährlich. Da ich aber nicht jedes Teil bügeln möchte, gibt er mir die feuchte Wäsche nur an und ich hänge sie auf. Manchmal, wenn ich nicht schnell genug bin, nimmt er sie an der anderen Seite gleich wieder ab. 😉 Es ist also auf jeden Fall eine spielerische Herangehensweise. Ich finde es sehr wichtig, ihn mit einzubeziehen, er soll nicht in dem Glauben aufwachsen, die ganze Hausarbeit wird von kleinen Kobolden erledigt, während er schläft. Ich versuche die Wäsche übrigens so glatt wie möglich und vor allem ohne Wäscheklammern aufzuhängen, so dass das Bügeln in den meisten Fällen überflüssig ist.

5. Abnehmen:

Hierbei kann Louis natürlich auch helfen. Wir haben nämlich einen Wäscheständer, der ein wenig einem Tannenbaum ähnelt und an die ersten beiden Stufen kommt Louis problemlos heran. Er nimmt die Wäsche also ab und ich lege sie zusammen. Anschließend trägt er seinen Stapel voller Stolz in sein Zimmer.

6. Weichspüler:

Hier scheiden sich die Geister. Ich benutze einen sensitiven der sich auch für Babys eignet. Ich finde die Wäsche so weicher und frischer. Außerdem geht so das Bügeln leichter von der Hand.

7. Wäschetrockner: 

So ein Trockner ist schon eine tolle Sache! Wer einmal einen hatte, möchte nie mehr Handtücher die luftgetrocknet wurden benutzen. Außer, man wollte eh gerade ein Peeling machen. In den Trockner kommen bei mir außerdem Socken, Unterhosen, Jeans (die ziehen sich dann wieder schön zusammen), alles aus Baumwolle und ohne Print. Grundsätzlich könnt ihr euch merken, wenn Kleidung bedruckt oder verziert ist, wenn es glitzert oder glänzt oder aus nicht natürlichen Fasern besteht – ist der Trockner tabu. Gleiches gilt für Wolle! Wenn ich das Programm eingestellt habe, darf Louis den Startknopf drücken. Findet er natürlich toll.

8. Bügeln:

Ja, ich gebe es zu: Wenn ich schon im Laden merke, dass ein Teilchen eine Menge Bügelarbeit bedeutet, dann lasse ich es gleich hängen. Louis‘ Hemden zu bügeln klemme ich mir mittlerweile auch, da man davon spätestens nach der Fahrt im Autositz nichts mehr sieht.

 

9. Arbeit abgeben:

Die Hemden meines Mannes bringe ich in die Reinigung. Dort werden sie gewaschen und gebügelt. Das Gleiche mache ich mittlerweile mit unserer Bettwäsche. Ich habe den Bezug für unsere 2,20m Decke einmal selbst gewaschen und wurde mit einem riesigen Knitterberg eines besseren belehrt. Die Zeit, die ich damit verbringen würde, spiele ich lieber mit Louis. 😉

Extra-Tipp:

Wenn wir in einem Hotel sind und uns gefällt der Duft dort so gut, nehmen wir die Seife mit und ich lege sie zuhause in unseren Schrank. So bleibt die Wäsche länger frisch und der Duft weckt Erinnerungen. Ein Beispiel: Das Hard Rock Hotel in Orlando hat so ein Lemongrass-Duftmarketing. Meine T-Shirts seitdem auch.

Habt ihr noch Tipps für mich, die ich nicht kenne? Immer her damit!

Eure Melli

 

 

Hallo, ich bin Melli, an meiner Seite sind der kleine Louis und mein Mann Björn. Bevor ich Mama wurde, habe ich Modejournalismus studiert und arbeitete anschließend in einer Promi-Redaktion. Gab es zu der Zeit für mich nichts Spannenderes als: „Welches Kleid trägt XY zu den Oscars“ und „Hat Promi ZZ tatsächlich eine Affäre“, interessiere ich mich heute brennend dafür, wann unser kleiner Mann seine ersten Schritte macht und ob Pampers Baby Dry Night wirklich länger trocken halten?! Louis ist eindeutig der Star in unserem Haushalt und wie es sich für eine richtige Diva gehört, hat er sich Zeit gelassen, in unser Leben zu treten. Erst, als ich schon daran zweifelte, dass bei uns alles auf natürlichem Wege laufen würde, passierte „es“ in einer feucht-fröhlichen Nacht. Und so begann die aufregendste Reise meines Lebens… Jetzt ist der kleine Keks schon ein Kleinkind und hat unser Leben bereits ordentlich auf den Kopf gestellt.